Alter Hase! Erstaunliches Wissen über Ostern

Der Aprilanfang steht im Zeichen von Osterhase und Ostereiern. Aber warum ist das eigentlich  so? Und wie feiert man in anderen Ländern Ostern?

Ist Ostern ein christliches Fest?

Heute ja, doch sein Ursprung liegt im Heidentum: Zum Fest der teutonischen Göttin Ostara wurde der Frühlingsanfang und die Liebe gefeiert. Auch die Tradition der Ostereier stammt schon aus dieser Zeit: Als Opferbrauch wurden Eier vergraben, verschenkt und gegessen. Heute feiern die Christen am Ostersonntag die Auferstehung von Jesus.

Woher kommt der Name Ostern?

Eine Streitfrage. Manche Forscher führen den Namen auf die Frühlings-Göttin Ostara zurück, andere auf das althochdeutsche Wort für Morgenröte, Eostarun.

Woher kommt der Brauch der bunten Ostereier?

Das Ei ist seit jeher Symbol des Lebens, der Reinheit und der Fruchtbarkeit. Durch den Fund eines bemalten Eies aus dem vierten Jahrhundert nach Christus kann man auf die alte Tradition des Eiermalens schließen. Die klassische Farbe für bunte Eier ist seit dem 13. Jahrhundert Rot – als Farbe des Blutes Christi, des Lebens, des Sieges und der Lebensfreude.

Woher kommt der Osterhase?

Der Brauch ist im Elsass, in der Pfalz und am Oberrhein entstanden. Das Verstecken von Eiern wurde Hasen angedichtet, weil sie im Frühjahr zur Futtersuche in Dörfer zogen. Dieses ungewöhnliche Verhalten beflügelte vor 300 Jahren die Fantasie der Menschen und die Legende vom Osterhasen entstand.

Was sind Osterblumen?

Osterblumen sind ein Zeichen der erwachenden Natur. Dazu gehören unter anderem Osterglocken, Tulpen, Hyazinthen, Narzissen, Krokus, Gänseblümchen, Veilchen, Löwenzahn, Weidenkätzchen.

Was ist ein falscher Hase?

Ein falscher Hase ist kein Mann im Hasenkostüm, sondern ein Braten aus Hackfleisch. Da Wild früher teuer und für die meisten Menschen unerschwinglich war, mussten sie sich mit dem falschen Hasen begnügen.

Woher kommt der Spruch: Mein Name ist Hase?

Wer hier ein Zitat von Bugs Bunny, Roger Rabbit oder den Hasen aus der Videospielreihe Raving Rabbids vermutet, liegt falsch. Tatsächlich hat ein Heidelberger Jurastudent den berühmt gewordenen Satz im 19. Jahrhundert als Zeuge vor Gericht ausgesprochen:  „Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts.“ Der Name des Herrn: Victor von Hase. Der alte Hase ahnte sicher nicht, dass seine Worte in die Geschichte eingehen und zum geflügelten Wort würden.

Regionale Unterschiede, internationale Bräuche

Wer zum Kuckuck ist der Osterkuckuck?

Der Hase ist nicht das einzige Tier, dem das Verstecken von Eiern unterstellt wird: Im westfälischen und hannoverschen Raum dachte man, dass der Fuchs die Eier brachte, in Schleswig-Holstein, Oberbayern und Österreich der Hahn, in Thüringen der Storch. Die Schweizer glaubten an den Osterkuckuck.

Eierwerfende Kirchenglocken?

In vielen europäischen Ländern werden die Kirchenglocken von Karfreitag bis Ostersonntag nicht geläutet. In Frankreich gibt es eine weitere Theorie, woher die Ostereier kommen: Eine Legende besagt, dass die Glocken in dieser Zeit nach Rom fliegen und auf dem Rückweg Eier fallen lassen, damit die Kinder sie suchen.

Eiertanz in Irland

In Irland tanzt man an Ostern um die Wette und die Gewinner bekommen einen Kuchen.

Fiesta Mexicana

In Mexico wird Ostern zu Tausend auf den Straßen gefeiert. Eine Figur des Jesus-Verräters Judas wird mancherorts gehängt und so lange geprügelt, bis sie zerspringt und der Schatz in ihrem Inneren herausfällt: Süßigkeiten für die Kinder.

Hexen in Finnland

Finnische Sagen glauben, dass von Karfreitag bis Ostersonntag die Hexen über den Wolken fliegen. Während man früher Angst vor den Hexen hatte, sind sie heute ein positives Symbol als Glücksbringer. Ähnlich wie beim amerikanischen Halloween laufen die Kinder in der Osterzeit durch die Dörfer: Als Hexen verkleidet sagen sie Gedichte auf, die Glück bringen sollen und freuen sich über die Süßigkeiten, die sie dafür bekommen.

Warum heißt die Osterinsel so?

Die zu Chile gehörende Insel liegt im Pazifischen Ozean zwischen Südamerika und Australien. Bekannt ist das rund 162 Quadratkilometer große Eiland für seine monumentalen Steinfiguren, deren Herkunft bis heute unter Wissenschaftlern umstritten ist. Die bis zu zehn Metern hohen Figuren bestehen aus Oberkörper, Armen, Kopf mit großer Nase, langen Ohren und tiefliegenden Augen.

Besiedelt wurde die Insel von Polynesiern vor mindestens 1000 Jahren, die wohl auch die Statuen gebaut haben. Osterinsel heißt sie, weil sie an einem Ostersonntag im Jahre 1722 von einer niederländischen Expedition unter der Leitung von Admiral Jacob Roggeveen entdeckt wurde.