Crash Bandicoot 4: It’s About Time

Comeback einer haarigen Legende – nein, die Rede ist nicht von einer Rock-Band, sondern von einem der skurrilsten Actionhelden in der Geschichte der Videospiele.

Das wurde aber auch Zeit: Crash Bandicoot 4 trainiert die Beinmuskeln der Spielfigur und die Lachmuskeln der Spieler. (Activision)

Ein Beuteldachs als Held einer Videospiel-Reihe? Schon mit der Auswahl des Protagonisten sorgten die Macher von „Crash Bandicoot“ Mitte der Neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts für Aufsehen. Auch die skurrilen Ideen für das Gameplay revolutionierten das Jump´n´Run-Genre.

Fans mussten mehr als ein Jahrzehnt auf ein neues Lebenszeichen des anthromorphen Helden warten. Nun ist „Crash Bandicoot 4: It´s about time“ da. Die USK-Einstufung ab 6 Jahren macht es auch einer jungen Zielgruppe zugänglich.

Neben Crash selbst steht als spielbarer Charakter auch seine Schwester Coco zur Wahl. Sogar der Antagonist Dr. Neo Cortex, Dingodile oder Tawna, bekannt aus Vorgängern aus der Serie, sind als Gastcharaktere spielbar. Jede Figur hat dabei ihren eigenen individuellen Spielstil.

Die Handlung

Das diabolische Duo Neo Cortex und Dr. N. Tropy sind aus ihrem interdimensionalen Gefängnis entkommen und planen, alle Dimensionen zu erobern.

Ein zentrales Element im Spielgeschehen sind die vier Quantum-Masken, denn sie sind die Hüter von Raum und Zeit. Die Spieler müssen dieses Quartett wiedervereinen, um die Ordnung im Multiversum wiederherzustellen.

Der Beiname „It´s about time“ deutet es bereits augenzwinkernd an: Beim Versuch, die vier Masken zusammenzubringen und damit nicht nur die Welt, sondern das ganze Multiversum zu retten, reist der Protagonist durch die Zeit.

Das sorgt für vielseitige Kulissen, denn mal reisen wir in eine dystopische Zukunft, mal in die karibische Piratenwelt des 17. Jahrhunderts.

Die Maske Ika-Ika verleiht den Spielern die Fähigkeit, ihren Schwerpunkt per Tastendruck umzukehren, während Kupuna-Wa den Spielern erlaubt, die Zeit zu verlangsamen. Lani-Loli verleiht uns die Macht, Elemente per Phasenverschiebung auftauchen oder verschwinden zu lassen. Akano schließlich erlaubt große Sprünge in Form von Drehungen, um weiter entfernte Plattformen zu erreichen.

All diese Fähigkeiten sorgen für abwechslungsreiches Gameplay.

Ideenreich und vielseitig

Was den Charme der „Crash Bandicoot“-Reihe schon immer ausmachte, sorgt auch im vierten Teil für beste Unterhaltung: Die Grenzen des Genres Jump´n´Run werden nicht nur ausgelotet, sondern originell erweitert. Neben schrillen Kulissen, originellen Hindernissen, schrägen Gegnern und Perspektivwechseln wird das Gameplay immer wieder überraschend variiert.

Mal müssen wir vor einem Gegner in einer aufregenden Verfolgungsjagd fliehen, mal sind wir auf Schienen unterwegs oder auf einem Fahrzeug. Mal kann man versteckte Bonusbereiche entdecken, mal gilt es, einen besonders kniffligen Bossgegner zu bezwingen.

Geteilte Freude

Modern oder Retro? Spieler können sich aussuchen, ob sie nostalgisch oder futuristisch daddeln, denn beide Modi stehen zur Wahl.

Damit man auch gemeinsam spielen kann, stehen der kompetitive Bandicoot-Kampf-Modus und der Weitergeben-Koop-Modus bereit. Bis zu drei weitere Spieler können hier mitmischen. Eine Online-Verbindung ist für diese lokale Varianten nicht nötig, denn hier wird gemeinsam vor dem gleichen Bildschirm gespielt.

Auf einen Split-Screen, also ein geteiltes Bild, wird hier verzichtet. Stattdessen gilt das „Hot Seat“-Prinzip. Will heißen: Der Controller wird weitergereicht, wenn der nächste Spieler an der Reihe ist.

Der Beuteldachs und seine Freunde feiern in „Crash Bandicoot 4: It´s about time“ ein furioses Comeback.

Die moderne Grafik auf Animationsfilm-Niveau und der Humor nebst witziger Dialoge überzeugen. Von letzteren hätte man sich daher sogar mehr gewünscht.

Der größte Pluspunkt ist der Abwechslungsreichtum des Gameplays. Publisher Activision verspricht nicht zu viel, wenn er die Spielerfahrung als „einen Wirbelsturm absurder Herausforderungen“ beschreibt.

In Deutschland hat der Titel eine USK-Altersfreigabe ab sechs Jahren erhalten. Allerdings werden die Herausforderungen im Spielverlauf immer schwieriger, so dass viel Geduld gefragt ist, um knifflige Level abzuschließen. Mehrere Versuche werden dabei auf jeden Fall nötig sein.

Als Plattformen stehen zur Wahl: Xbox One, PlayStation.