Die Alterskennzeichnungen auf Videospielen

Das Pendant zur FSK, die für die Alterseinstufungen von Filmen zuständig ist, nennt sich bei Video- und PC-Spielen USK. (Foto: USK)

Das Pendant zur FSK, die für die Alterseinstufungen von Filmen zuständig ist, nennt sich bei Video- und PC-Spielen USK. (Foto: USK)

Gleich zu Beginn die gute Nachricht für Eltern, die PC- und Videospielen gegenüber noch skeptisch eingestellt sind: Deutschland hat weltweit mit die verbindlichsten Regeln bei der Prüfung und beim Verkauf von Computerspielen an Kinder und Jugendliche.

Um auf den ersten Blick zu zeigen, für welches Alter ein Spiel geeignet ist, befindet sich auf dem Cover jedes Spiels ein Logo mit einer Alterseinstufung. Die Alterskennzeichnung von Computerspielen ist eine Aufgabe der Jugendministerien der Länder. Sie bedienen sich dazu der Expertise der USK (Unterhaltungssoftware Selbst-Kontrolle). Diese Testeinrichtung kann auf mehr als fünfzehn Jahre Erfahrung beim Prüfen von Games zurück blicken.

Wer entscheidet über die Alterseinstufung?

Über die Grundsätze der Prüfung von Computerspielen entscheidet ein Beirat, der sich aus 16 Vertretern gesellschaftlich bedeutsamer Gruppen zusammensetzt, darunter sind die Kultusministerkonferenz, die Kirchen, die Jugendverbände, die Forschung, der Bund und die Jugendminister der Länder. Die Branche selbst hat zwei Stimmen im Beirat. Alle Entscheidungen müssen zudem die Billigung derJugendminister der Länder finden.

Achtung: Pädagogische Eignung nicht gleich Jugendschutz!

Für Laien sind die Alterskennzeichnungen möglicherweise irreführend. Denn sie bieten keine Aussage darüber, ob ein Spiel aus pädagogischer und intellektueller Sicht für die angegebene Altersstufe geeignet ist. Die Altersangabe soll lediglich garantieren, dass das Computerspiel aus der Sicht des Jugendschutzes unbedenklich ist. So kann es vorkommen, dass ein Spiel mit einem USK ab 6-Logo zwar völlig gewaltfrei ist, aber ein Thema oder eine Spielweise beinhaltet, die nicht den Interessen und Neigungen eines Sechsjährigen entspricht.

Genau deshalb gibt es, ergänzend zur USK-Einschätzung, die games4family-Altersempfehlung bei vielen Rezensionen auf unserem Portal.

Fünf verschiedene Altersangaben gibt es bei Spielen in Deutschland.

Fünf verschiedene Altersangaben gibt es bei Spielen in Deutschland.

USK ab 0

Die meisten Computer- und Videospiele kommen mit der Kennzeichnung „ab 0 freigegeben“ (also ohne Altersbeschränkung) auf den Markt. Sie enthalten keine Gewaltdarstellungen und konfrontieren Kinder nicht mit nachhaltig ängstigenden Situationen. Spiele mit diesem Siegel sind aus der Sicht des Jugendschutzes für Kinder jeden Alters unbedenklich. Sie sind aber nicht zwangsläufig schon für jüngere Kinder verständlich oder gar beherrschbar.

Das Logo meint also weder, dass bereits Babys diese Spiele zocken können oder sollten, noch dass es nicht auch Erwachsenen Spaß machen könnte.

USK ab 6

Bei diesen Spielen handelt es sich überwiegend um familienfreundliche Spiele, die bereits spannender und wettkampfbetonter ausfallen dürfen. Die Spiele wirken oft abstrakt-symbolisch, comicartig oder in anderer Weise unwirklich (moderne Märchen). Spielangebote versetzen den Spieler möglicherweise in etwas unheimliche Spielräume oder scheinen durch Aufgabenstellung oder Geschwindigkeit zu belastend für Kinder unter sechs Jahren.

USK ab 12

Charakteristisch für Spiele, die ab 12 Jahren freigegeben sind: kampfbetonte Grundmuster in der Lösung von Spielaufgaben. Zum Beispiel setzen die Spielkonzepte auf Technikfaszination (historische Militärgerätschaft oder Science-Fiction-Welt) oder auch auf die Motivation, tapfere Rollen in komplexen Sagen und Mythenwelten zu spielen. Gewalt ist nicht in alltagsrelevante Szenarien eingebunden, sondern in einen märchenhaft-mystischen Kontext eingebunden, so dass sie ausreichend Distanzierungsmöglichkeiten für die Spieler bieten.

USK ab 16

Rasante bewaffnete Action, mitunter gegen menschenähnliche Spielfiguren, sowie Spielkonzepte, die fiktive oder historische kriegerische Auseinandersetzungen atmosphärisch nachvollziehen lassen. Die Inhalte lassen eine bestimmte Reife des sozialen Urteilsvermögens und die Fähigkeit zur kritischen Reflektion der interaktiven Beteiligung am Spiel erforderlich erscheinen.

USK ab 18

In allen Spielelementen reine Erwachsenenprodukte. Der Titel darf nur an Erwachsene abgegeben werden. Bei Verstoß drohen Ordnungsstrafen bis 50.000 Euro. Der Inhalt ist geeignet, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen. Voraussetzung für die Kennzeichnung ist, dass §14JuSchG Abs.4 und §15 JuSchG Abs.2 und 3 („Jugendgefährdung“) nicht erfüllt sind.

games4family-Philosophie

Da wir uns als familienfreundliches Portal verstehen, finden Sie hier lediglich Spiele mit den Altersfreigaben ab 0, ab 6 und ab 12.

Mehr Informationen in der USK-Broschüre Kinder und Jugendliche schützen (PDF)