Erst ab 16 Jahren: Assassin´s Creed – Odyssey

Bildgewaltiges Videospiel-Epos: Assassin´s Creed Odyssey

Bildgewaltiges Videospiel-Epos: Assassin´s Creed Odyssey

Dem Test von „Assassins´Creed Odyssey“ ging eine recht lange Diskussion in der Redaktion. Es stellte sich nämlich die Frage, ob wir zukünftig auch über Games mit einer Alterseinstufung ab 16 oder gar erst ab 18 Jahre berichten würden. Das Ergebnis war eine Grundsatzentscheidung. Sie lautet: ja.

Zum einen, weil wir mit games4family.de neben Kindern und Jugendlichen schon immer auch die Eltern ansprechen. Und für viele Erwachsene gehört das Ausleben des digitalen Hobbys auch unabhängig von den Vorlieben der Kids noch zur eigenen Freizeitgestaltung. Das andere Argument, auch auf dieser familienfreundlichen Seite Spiele mit einer USK 16- oder auch 18-Einstufung zu zeigen: Wir erklären gern, warum bestimmte Titel nicht für die Jüngsten geeignet sind.

Gewalt ist doch keine Lösung. Oder doch?

„Assassin´s Creed Odyssey“ ist so ein Fall. Eigentlich hat das Setting im antiken Griechenland durchaus das Potenzial für ein Lernspiel. Zumal Publisher Ubisoft und die „Assassin´s Creed“-Reihe bekannt sind für die akribische Faktentreue, mit der historische Zeiten abgebildet werden. Doch während der Vorgänger „Assassin´s Creed Origins“ einen Lernmodus bot, in dem man das alte Ägypten gewaltfrei bereisen und kennenlernen konnte, ist „Assassin´s Creed Odyssey“ stark actionorientiert und zeigt oft Kämpfe in einer Anschaulichkeit, die für Kinder ungeeignet ist.

Deshalb hat der Titel eine USK ab 16-Einstufung. Das internationale Pegi-Logo auf dem Cover zeigt sogar eine Altersempfehlung ab 18 Jahren. Gewarnt wird vor „Strong violence“.

Doch trotz der mitunter brachialen Gewalt, die an den Stil des Films „300“ erinnert, bietet „Assassin´s Creed Odyssey“ auch viel Wissenswertes über die Geschichte. All das wird verpackt in eine grafische Opulenz, die ihresgleichen sucht.

„Assassin’s Creed Odyssey“ versetzt Spieler in das antike Griechenland. Während des Goldenen Zeitalters Athens erlebt der Spieler hautnah einen epischen Konflikt der realen  Weltgeschichte – den Peloponnesischen Krieg.

Spieler haben die Wahl, ob sie in die Haut des Kriegers Alexios oder der wehrhaften Kassandra schlüpfen wollen.

Als verstoßener spartanischer Söldner begeben sie sich auf eine epische Reise in eine lebendig wirkende Welt, die beeindruckend animiert ist und mit monumentalen Kulissen zur Zeitreise einlädt.

Wie in der „Assassin’s Creed“-Reihe üblich, kann der Spieler die offene Welt frei bereisen. Was zu tun ist und in welcher Reihenfolge entscheidet nicht das Game, sondern der Spieler. Und ebenfalls wie in der Serie üblich haben die Entscheidungen des Protagonisten Auswirkungen auf den weiteren Verlauf.

In dem Open-World-RPG (kurz für Role Playing Game) verändert der Spieler nicht nur die Ereignisse, sondern auch sich selbst. Seine eigenen Fertigkeiten, Waffen und Ausrüstungsgegenstände kann er zur Belohnung für Erfolge und beim Plündern individualisieren.

In seiner ganz persönlichen Odyssey entwirrt sich dem Spieler die Wahrheit über seine geheimnisvolle Vergangenheit. Er wächst dabei über sich hinaus, um zu einem  legendären griechischen Helden heran zu reifen.

Reden ist Silber

Zum Glück beschränkt sich die Handlung nicht auf Actionszenen. Die spielen zwar eine wichtige Rolle, doch für Spieltiefe sorgt eher das interaktive Dialogsystem. In Gesprächen mit Weggefährten und Widersachern hat der Spieler die Wahl, welche Antwort er gibt oder welche Fragen er stellt. Auch hier können die Entscheidungen die Handlung beeinflussen.

Beispielsweise wird eine Beleidigung eine andere Reaktion hervorrufen als eine taktische Formulierung.

Neben Zweikämpfen finden auch epische Seeschlachten zwischen Sparta und Athen statt. Das Bereisen der offene See erlaubt es, unbekannte Orte zu entdecken und die  Kampfschiffe anzupassen.

Außerdem treffen die Spieler in der lebendigen antiken Welt auf historische Persönlichkeiten und mythologische Kreaturen.

Plattformen: PS4, Xbox One, PC