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Großes Kino auf kleinstem Raum: Die Zeiss Cinemizer Brille kann sogar noch mehr, als eine Kinoleinwand auf die Nase zu zaubern. Sie ist gerüstet fürs Heimkino-3D-Erlebnis in Miniaturformat.

Das 3D-Kino erlebt gerade ein sensationelles Comeback. Zeichentrichfilme wie "Oben" und "Ice Age 3" feiern nicht zuletzt dank ihrer dreidimensionalen Optik Erfolge. Mit "Avatar" wird Regisseur James Cameron noch in diesem Jahr einen weiteren 3D-Blockbuster auf die Leinwand bringen. Darüber, dass diese Technik die Menschen wieder verstärkt ins Kino lockt, freuen sich auch die Betreiber, denn 3D-Kino bietet etwas, was man in den eigenen vier Wänden bis dato nicht auf derart beeindruckende Weise erleben kann.

SEINER ZEIT VORAUS
Das soll sich nun aber ändern. Zumindest wenn es nach Carl Zeiss geht. Das Unternehmen ist mit der Videobrille "cinemizer Plus" seiner Zeit voraus.
Das mobile Kino setzt man sich einfach auf die Nase und verbindet es mit einem MP4-Player oder einem Multimedia-Handy (beispielsweise dem iPhone). Wird nun ein 3D-Film abgespielt,entsteht eine perfekte Illusion: Das Geschehen scheint sich in rund zwei Metern Entfernung vor den Augen abzuspielen - zum Greifen nah!

Dahinter steckt ein technischer Trick, der unsere Augen überlistet: Die beiden "Brillengläsern" sind LCD-Bildschirme. Das rechte und das linke Auge bekommen beide ein stereoskopisch aufgenommenes Bild zu sehen, das Gehirn setzt die beiden visuellen Eindrücke zu einem räumlichen Gesamtbild zusammen.

BLICK IN DIE ZUKUNFT
Das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen. Nur eines sorgt für Missklänge in dieser Zukunftsmusik: Die für diesen Effekt benötigten 3D-Filme sind im Handel und auf Download-Plattformen derzeit noch Mangelware. Alles aber nur eine Frage der Zeit, glaubt man bei Carl Zeiss. Das sieht man auch in Hollywood so, denn digitale Content-Plattformen bemühen sich bereits um die Entwicklung eines entsprechenden Marktes.

Ein Kauf lohnt sich aber schon heute, denn auch herkömmliche Filme und Videos kommen - im Vergleich zur Darstellung auf dem schmalen Handy-Display - dank der Brille ganz groß raus.

Die Videobrille ist mit dem iPhone, fast allen iPod-Modellen, Handys der Nokia N-Series und mit DVD-Playern kompatibel.

Preis: 399 Euro


DER UNTERRICHT DER ZUKUNFT?
Doch die Brille kann noch viel mehr. Sie könnte dafür sorgen, dass Schüler faszinziert lernen. Denn Kinder und Jugendliche sind bekanntlich technikbegeistert.

Der "Cyber-Classroom" ist übrigens kein Science Fiction, sondern schon im Einsatz: Getestet wird der Einsatz der futuristischen Brille in einem Projekt am Thomas-Strittmatter-Gymnasium St. Georgen. Ziel ist es, Schülern bislang nur schwer erklärbare Sachverhalte auf der Basis
einer interaktiven und dreidimensionalen Darstellung verständlich zu machen. „Gerade in den naturwissenschaftlichen Fächern wie Physik, Chemie oder Biologie stoßen viele Lernende an die Grenzen ihrer Vorstellungskraft. Das beeinträchtigt das Lernen erheblich“, berichtet Martin Zimmermann, einer der Köpfe des Projekts. „Über die Visualisierung der Abläufe und Zusammenhänge wollen wir den Spaß an diesen Fächern wecken. Jeder weiß, dass sich Lernziele mit Freude und Motivation noch am ehesten erreichen lassen.“

VIRTUAL REALITY STATT PAUSENHOF
Schüler bewegen sich während des Unterrichts damit in einer virtuellen Umgebung und können komplexe Phänomene aus Naturwissenschaft und Technik hautnah erleben. Über eine Virtual-Reality-Software lassen sich die Lerninhalte zum Beispiel von einem Laptop aus an die Videobrille cinemizer Plus von Carl Zeiss in Stereo übertragen. Damit haben die Schüler Gelegenheit, die morgens in der Schule vermittelten Inhalte an jedem beliebigen Ort nochmals zu erfahren und zu vertiefen.