
Der Kleinkind-Blog - große und kleine Abenteuer aus Papa-Sicht
Hier lesen Sie die großen und kleinen Abenteuer der Kleinkind-Zeit – aus Papa-Sicht.
Unterhaltsame Geschichten, die das echte Leben schreibt – voller Action, Spannung, Drama, Freudentränen und Liebe.
Schauen Sie ruhig öfter vorbei, denn es kommen ständig neue Eindrücke und Erfahrungen hinzu. Die neuesten Beiträge stehen immer ganz oben
Beim Besuch eines der Schlösser von König Ludwig II. in Bayern fragte die 3-jährige Tochter unserer Freunde angesichts eines Teichs, ob der König darin ertrunken sei. Als dies verneint wurde, meinte das Mädchen: “Wenn der König Ludwig meine Schwimmlehrerin gehabt hätte, wäre ihm das eh nicht passiert.”
Ich weiß, dieser Zustand wird nicht bis zur Pubertät anhalten. Vermutlich ist sogar schon morgen alles anders. Aber heute, heute genieße ich, dass unser Sohn gerade spielt, er sei ein Aufräumroboter und voller Begeisterung alles dahin trägt und ablegt, wo es hingehört. Es gab Tage, da hatte ich ihm widersprochen als er behauptete, er sei ein Roboter. Aber da war er ja auch noch kein Saubermach-Roboter…
Während Erwachsene nach einem filmischen Hochgenuss die überraschende Schlusswendung oder das Happy End genießen, um sich beim nächsten Filmabend voller Neugier einem neuen Streifen zuzuwenden, haben Kinder kein Problem mit bereits bekannten Pointen und Wiederholungen. Ganz im Gegenteil! Wie alle Eltern früher oder später mit Erstaunen feststellen: Wiederholungen sind sogar die bevorzugte Art von Kindern, Filme anzusehen. Der Lieblingsfilm wird wieder und wieder angesehen. Ein Phänomen, dass man zwar auch von erwachsenen Cineasten kennt, die seit Jahren ihrem liebsten Kultfilm huldigen, doch für Eltern wird die Repetition von Kinderfilmen schnell zur Nervenprobe. Ein Sujet, das oft bereits beim ersten Ansehen wenig Stoff für tiefergehende filmkritische Diskurse liefert, gewinnt auf den zweiten Blick wenig an Reiz dazu. Und selbst der witzigste Animationsfilm verliert an Spannung, wenn man jeden Dialog bereits seit längerem mitsprechen kann und jede Slapstickeinlage in und ausendig kennt.
Die gute Nachricht, auch für Sie, liebe Leser: Nun habe ich einen Weg gefunden, wie man als Zwangs-Mitzuschauer nicht wahnsinnig wird, wenn man ein und dieselbe Szene zum gefühlt hundertsten Mal sieht. Der Trick: einfach den Film jedes Mal in einer anderen Sprache ansehen. So lernt man nebenbei wenigstens eine Fremdsprache… Warum bin ich da nicht früher drauf gekommen?
Ich weiß, dass irgendwann im Leben aller Eltern und Kinder der Moment kommt, an dem man den Kids schonend beibringen muss, dass es Nikolaus und Osterhase nicht wirklich gibt. Also jedenfalls nicht außerhalb der Marketingstrategien von Schokoladenherstellern. Darüber mache ich mir allerdings wenig Sorgen. Kopfzerbrechen macht mir eher, wie ich unserem Sohn schonend breibringen soll, dass Darth Vader gar nicht so ein netter Kerl ist wie er denkt.
Man soll “die Paarebene nicht vernachlässigen”, so der Rat von Paartherapeuten und Hebammen. Doch in der Praxis, ist das leichter gesagt als getan. Vor allem an den Tagen, wo Kinder sich vehement gegen den Mittagsschlaf wehren. Heute um kurz nach 16 Uhr gab ich die Idee von einem wohlverdienten Stündchen “Kinderpause” an einem Samstag endgültig auf und sagte seufzend zu meiner Frau:
“Ich wünschte, ich hätte jetzt ein bisschen Zeit mit dir allein.”
Und sie? “Geht mir genau so – ich hätte jetzt auch gern ein bisschen Zeit mit mir allein.”
Vielleicht habe ich doch den Einfluss von Star Wars unterchätzt, als das nebenbei im Fernsehen lief. Warum ich mich das frage? Weil mein Sohn versucht, die Fische in unserem Aquarium durch die Macht seiner Gedanken per Handbewegung auf die andere Seite des Wasserbeckens zu verschieben…
Dass wir unserem Sohn irgendwann schonend beibringen müssen, dass es den Weihnachtsmann und den Osterhasen nicht gibt, war mir natürlich bewusst. Aber schon lange davor stellt sich die Frage: Wie bringe ich ihm schonend bei, dass der kleine, silbern-glänzende Badezimmer-Abfalleimer nicht wirklich ein Roboter ist?
Heute besuchten wir drei einen Tag der offenen Tür in einem Kindergarten. Und obwohl meine Frau, unser Sohn und ich am selben Ort waren, sah jeder von uns etwas völlig anderes. Der kleine Abenteurer sah all die anderen Kinder, die Spielsachen, die Rutsche, die Spielzeugküchen-Utensilien und viele weitere Dinge zum Erforschen. Meine Frau sah, wie gut es ihm ging und eine Zukunft, in der sie wieder mehr arbeiten könnte.
Und ich? Ich sah, dass das Treppengeländer zu hoch war für die Hand meines Sohnes. Und viele potentielle Gefahren für die Kids, gegen die nur sehr wache Kindergärtnerinnenaugen und flinke Kindergärtnerinnenhände helfen können. Aber es sind ja noch ein paar Monate Zeit, um sich an die kommende neue Situation zu gewöhnen. Papa wird das schon schaffen, Papa ist ja schon ein großer Junge…
Es klingt vielleicht nach Rabenvater, doch ich gebe zu: Ich musst fast lachen, wie viel daneben geht, wenn unser kleiner Mann versucht mit der Contenance eines berufserfahrenen Restaurantkritikers von seiner Suppe zu kosten…
Ich sage es mal so: Nur eins hat eine schlechtere Energieeffizienz in Sachen Wasserverbrauch als eine alte Waschmaschine – ein Zweijähriger, der Suppe isst.
Heute wollte ich ein kurzes FIFA-Match online auf der Xbox spielen, während meine Frau unterwegs und ich mit dem kleinen Mann allein war.
Ich fragte ihn also: “Darf ich kurz Ball spielen?”
Normalerweise ist er beigeistert, wenn er das Wort “Ball” hört, egal ob es um eine Fußballspielübertragung im Fernsehen, Ballspielen auf dem Rasen oder im Wohnzimmer oder eben ums Zuschauen bei einer kurzen Auszeit an der Konsole geht.
Heute aber erhob er mahnend den Zeigefinger, sah mich ernst an und sagte mit ebenso ernster Stimme: “Nur eins”
Woher er das hat? Es ist meine Standard-Reaktion auf die Frage nach Süßigkeiten…
Ob mein Kind schon bis 10 zählen kann? Klar! Und das klingt so:
Eins…
Eins…
Eins…
Eins…
Fünf…
Eins…
Eins…
Eins…
Eins…
Wusch!
Mit “Wusch” endet dann der Countdown, der den Start eines mutigen Stuntman-Sprungs auf dem Bett einleitet.
Schwarzer Lack, minimalistische Formensprache, Design reduziert auf das Wesentliche – nämlich Passion. Und mehr Pferdestärken als eine Kavallerie aus einem Western… Die Rede ist nicht von einem neuen Supersportwagen mit italienischen Wurzeln, sondern von unserem neuen Staubsauger. Es ist die Art von Staubsaugern, von dem ich schon mein ganzes Leben lang geträumt habe. Mit einer Saugstärke, die das Saugen über einen Teppich zu einem Kräftemessen macht, Zentimeter um Zentimeter, ein Kampf Mensch gegen Maschine. Damit über den Teppich zu saugen fühlt sich an wie Wrestling mit einem Alligator, denn das Rohr krallt sich mit aller Kraft an die Teppichfasern.
Laut ist er auch, wie ein Düsenjet-Baby. Das ist gut so, denn so hört man, wie viel Kraft in ihm arbeitet. Aus dem Lüfter strömt Luft, die so heiß ist, dass man, wenn man ihm beim Bücken zu nah kommt, denkt man hält den Kopf an eine Vulkanöffnung – toll!
Woran man erkennt, dass unser Navi schon in Weihnachtsstimmung ist und an den Nikolaus denkt? Es sagt immerzu: “Die Rute ist berechnet.”
Den Krieg um den letzten freien Sitzplatz an der Schaukel kennen alle Eltern. (Und im Gegensatz zu Hotelpool-Liegen ist das Reservieren per Handtuch verboten, vermutlich durch die Genfer Konventionen). Diesmal aber ist die Rede von einem anderen Krieg. Und überraschende Antagonisten. Der folgende Dialog ist 1:1 so am Spielplatz abgelaufen:
Kind (höchstens 6 Jahre alt): “Lass mich doch einfach in Frieden!”
Mutter (energisch): “Es gibt keinen Frieden! Dann zieh halt aus!”
Wie erwähnt: Das Kind war höchstens 6 Jahre alt.. Den Satz “Es gibt keinen Frieden” hätten übrigens Rambo oder der Terminator nicht finsterer aussprechen können.
Immer wieder beruhigend zu erleben, dass auch andere Eltern die Nerven verlieren ab und zu.
Cola und Salz, Gott erhalt´s! Oder so ähnlich…
Seid heute wissen mein Sohn und ich, was passiert, wenn man Salz in ein Glas Cola schüttet: Es schäumt. Toll. Schade nur, dass es eine Cola war, die ich noch trinken wollte. Dein Forschungsdrang in allen Ehren, Einstein Junior, aber herausfinden, wie es schmeckt, werde ich nicht für dich!
Nun ist es also soweit: Unser kleiner Mann fängt ein neues Leben an. Er ist jetzt in der KITA-Eingewöhnungsphase. Ich gebe zu: Ich als Papa habe mich nicht getraut, das mit anzusehen, weil ich Angst hatte, ihn traurig zu erleben. Immerhin hatte ich damals den Mut, dabei zu sein bei seiner Geburt. Aber irgendwie erschien mir der Anblick meines traurigen Kindes eine noch viel erschreckende Aussicht als die Strapazen der Geburt. Ich habe meine Frau also, muss ich zu meiner Schande gestehen, allein in die Ungewissheit geschickt. Meine Angst war unbegründet, denn die einzige Person, die traurig war, war seine Mama (und natürlich ich). Er selbst war von Anfang an begeistert von seinem neuen Lebensabschnitt, den netten Mitarbeiterinnen und den neuen Freunden, die er kennenlernen darf.
Es war ganz so wie KITA-Mitarbeiterinnen immer schon allen Eltern im Vorfeld prophezeien: “Die einzigen, die heulend in der Ecke stehen und getröstet werden müssen, sind die Eltern.”
Gespräch zweier zirka 3-jähriger im Wildpark:
“Schau, da ist eine Entenmama mit ihren Babies!”
“Aber wo ist der Entenpapa?”
“Der Entenpapa? Weiß nicht… Ah, ja, der ist bestimmt in der Arbeit!”
So amüsant es auch zu beobachten ist: Wie bringe ich meinem Kind schonend bei, dass man Fliegen nicht mit Käse füttern kann?
Vieles was für uns Erwachsene selbstverständlich nicht geht, folgt bei Kleinkindern einer ganz eigenen – und oft ganz anderen – Logik. Frei nach dem Motto: “Geht nicht? Gib´s nicht!” Nachdem unser Kleiner täglich unsere Fische im Aquarium füttern darf, macht es natürlich Sinn, dass er Fliegen mit Käse füttern will – irgendwie. Er versucht die Fliegen sogar zum Essen zu animieren, indem er “Mhhhm”-Geräusche macht, die akustisch belegen sollen, wie lecker Käse ist. Bisher würdigen die Fliegen ihn trotz seines bewundernswerten Engagements leider keines Blickes…
Lächeln verboten! Schnuller raus! Der verpflichtende Kinderpass kommt und keiner weiß so recht warum. Vermutlich, um drogenschmuggelnde Babys und terrorbereite Babys abzuschrecken…Aber ganz im Ernst: Während Eltern versuchen, Fotos zu machen, auf denen ihre Kinder lächeln, ist nun die Herausforderung für Kinder, ein “biometrisch” ernstes Gesicht zu machen und den Mund geschlossen zu halten. Eine Geduldsprobe für jeden Fotografen – und für alle Eltern, die den Sinn hinter dieser EU-Regelung suchen…
1. Jedes vom Kind geschossene Tor zählt doppelt.
2. Auch wenn der Ball ins eigene Tor ging.
3. Es darf auch mit den Händen gespielt werden.
4. Sogar der Feuerwehrmann von Lego darf aufs Spielfeld.
5. Die wichtigste Regel: Alle Tore von Papa zählen nicht – wegen Abseits
#1
“Oh ist der süß!” quietscht eine junge Dame, die Arm in Arm mit ihrem Freund an uns vorbei spaziert. Dass sie nicht mich meint, sondern meinen Sohn, damit kann ich gut leben, denn ich bin ja selbst ganz begeistert von ihm.
#2
So sehr ich mich freue, dass Dennis keine Angst vor Hunden hat: Wenn er großen Hunden hinter her ruft, um sie aufzufordern herzukommen und sich streicheln zu lassen, wäre mir lieber, er würde das nur bei kleineren Vierbeinern tun. Denn in meinem Kopf sehe ich dann Szenen, in denen ich unsere Leben mit nichts als einem Schlüsselbund gegen einen riesigen Wolf verteidigen muss.
Gut, dass ich eines gelernt habe: Ob ein Hund potentiell gefährlich werden kann, erkennt man nicht am ehesten daran, den Hund genau zu begutachten, sondern seinen Besitzer…
Einstein hatte Recht! Zeit ist wirklich relativ. Wenn man beispielsweise mit einem eineinhalbjährigen Kind zum Supermarkt um die Ecke geht und das Kind an jedem Gartenzaun und jeder Pflanze stehen bleibt, vergeht die Zeit relativ langsam im Vergleich zu einem Supermarktbesuch allein.
Einstein hat eines allerdings verschwingen: Die Zeit ist nicht nur relativ im Bezug auf ihre Dauer, sondern auch in Bezug auf ihren Wert. Denn jede Sekunde, die ich mit meinem Sohn gemeinsam gehe, ist wertvoller als ein Tag ohne ihn.
Ich habe mir gerade in den Kaffee aus unserem Vollautomaten anstatt einen Zuckerwürfel einen Löffel Instant-Kaffee geschüttet. Muss ich mehr sagen?
… wenn man trotz schwerer erkältung 2200 Kilo Spielsand die Treppen raufträgt und in den neuen Sandkasten schüttet, damit dieser bei den ersten Sonnenstrahlen von seinem stolzen kleinen Besitzer eingeweiht werden kann. Und nicht zu vergessen: Ich nenne keine Namen, aber wir wissen alle, woher Papa die Erkältung hat…
… wenn man seinem Kind all die leckeren Dinge vom eigenen Teller zu Essen gibt, die man eigentlich selbst am liebsten mag
Spielzeughersteller erklären gern stolz, dass ihr Spielzeug nicht nur zum Spaß da ist, sondern dass Kinder nebenbei auch etwas fürs Leben lernen. Was unser Kleiner allerdings gelernt hat von dem Aufzieh-Auto das über den Wohnzimmer-Boden fährt, wenn er vorher aufs Dach gedrückt und geschoben hat, ist: Er schiebt nun auch beim Spazierengehen parkende Autos am Straßenrand an und wundert sich, dass diese nicht Brummbrumm machen…
Es ist ein schwacher Trost, wenn man eine Erkältung hat, die von den eigenen Familienmitgliedern “geschenkt” wurde (ich will keine Namen nennen, aber wir wissen alle, wer der kleine Überträger war), aber: Man kann ohnehin nicht unterscheiden ob die eigene diffuse Mattigkeit von Müdigkeit oder Erkältung kommt.
Auf meine Frage, was man denn dagegen tun könne, dass Kind und Eltern sich immer wieder im Kreis herum anstecken, meinte eine erfahrene Profi-Mama aus dem Kollegenkreis in der Arbeit: “Gar nichts.” Sie wunderte sich allerdings, dass das bei uns schon jetzt ein Thema ist. “Normalerweise wird das erst zum Problem, wenn ein Kind im Kindergarten ist.”
So absurd es klingt: Fast wäre ich ein bisschen stolz gewesen, dass unser kleiner Mann selbst in diesem Punkt so frühreif in seiner Entwicklung ist.
Rückwirkend betrachtet erwies sich mein Wunschdenken als falsch – nämlich dass ein so ein kleines und süßes Wesen wie unser Kind auch nur kleine und süße Viren in sich tragen kann, die uns als Eltern deshalb nichts Böses wollen. Im Gegenteil erleben wir das Szenario, mit dem uns andere Eltern immer Angst gemacht haben: die gegenseitige Ansteckung in der Familie als perpetuum Mobile der Erkältung, bei der jeder jeden ansteckt und wieder von vorne. Immerhin geht die Elternliebe so weit, dass man sich die doppelte Portion Erkältung wünscht und im Gegenzug Gesundheit für die kleine Bazille, die wir großziehen.
Unser Sohn freut sich immer, neue Leute kennenzulernen und mit ihnen zu plaudern. Gestern lief er zielstrebig zu spielenden (älteren) Kindern auf dem Spielplatz und brabbelte auf sie ein.
Einer meinte darauf etwas kühl: “Wir verstehen dich nicht, komm in ein paar Jahren wieder.”
Ich verstehe das als freundliche Einladung.
Dass mein Kind musikalisch ist, merke ich nicht nur an seinen coolen Dance Moves zur Musik aus dem CD-Player, sondern vor allem daran, dass er anfängt zu quängeln, wenn ich Gitarre spiele und dazu selber singe.
Eigentlich könnte ich die Frage, ob unser Kleiner schon sprechen kann, bereits bejahen. Mit dem Finger in eine Richtung zeigen heißt: “Bring mich bitte da hin.” Augen reiben heißt: “Ich bin müde, trägst du mich ins Bett?” Eine Milchtüte bringen heißt: “Ich habe Durst”.
Mit dem Kopf gegen die Glastür schlagen heißt: “Ich bin wütend, dass es ausnahmseise nicht nach meinem Willen geht.” Die eigene Jacke bringen heißt: “Gehst du mit mir spazieren?” Ein Bussi auf die Backe heißt: “Ich hab dich lieb.”
Wenn mich das nächste Mal jemand fragt, ob unser Kleiner schon spricht, wäre es also nicht gelogen, wenn ich sage: Klar, alle Sprachen der Welt. Denn seine Körpersprache ist garantiert international verständlich.
Heute war ein befreundetes Paar mit zwei älteren Kindern bei uns zu Besuch. Als der andere Papa und ich uns beklagten, dass wir keine Zeit mehr haben für Dinge wie Videospielen, meinte seine Tochter: “Habt ihr denn keine Ferien?”
Habe unserem Sohn gerade die Star Wars-Basics anhand des Krieg der Sterne-Schachbretts erklärt. Und als er Darth Vader in der Hand hatte, sagte ich: “Da ist ein Papa unter der Maske”.
Aus dieser Perspektive habe ich Star Wars noch nie gesehen…
Muss ich mir Sorgen machen, dass mein Sohn später einmal in die Fußstapfen von Schumacher und Vettel steigen und mit Vollgas im Kreis durch den Formel 1-Zirkus fahren will? Kann man beim Kinderarzt testen, ob ein Kind sprichwörtlich Benzin im Blut hat?
Gespräch mit meinem Sohn beim Bilderbuch lesen:
Ich: “Schau mal, eine Tomate.”
Er: “Brumm!”
“Nein, nicht Auto, das ist eine Tomate.”
- “Brumm Brumm!”
“Guck, das ist Käse.”
- “Brumm!”
“Und was ist das?” (Ich zeige auf den abgebildeten Keks)
- “Brumm! Brumm!”
usw…
Einen Tag vorher hat Mama ihm übrigens ein Spielzeugauto gekauft…
Ebenfalls sehr nett von unserem Kleinen: Er versucht, unseren Kaffee in der Tasse mit dem Löffel umzurühren. Das Ergebnis seines Eifers sieht zwar eher aus, als würde er versuchen, den Kaffee zu stampfen, aber der gute Wille zählt.
Man kann wirklich sagen, dass er sich RÜHREND um seine Eltern kümmert.
Wir hatten, schon bevor wir Eltern wurden, bei Kindern von Freunden bemerkt, wie gern diese ihr Getränkefläschchen gegen das Getränk der Eltern stoßen, um ihnen zuzuprosten (oder ist das ein typisch bayerisches Kultur-Phänomen?)
Mittlerweile ist dies auch das neueste Hobby unseres Kleinen. Er betreibt es mit so viel Begeisterung, dass wir vor lauter Prost gar nicht mehr zum Trinken kommen.
Dass man sich z.B. mit Kaffeetassen nicht zuprostet, kann er ja irgendwann lernen. Jetzt soll er sein neues Hobby erst mal in Ruhe genießen…
Jeden Tag entdeckt unser Sohn derzeit ein neues Hobby, dem er mit großer Passion nachgeht. Aktuell ist es: Mama und Papa unsichtbare Dinge in die Hand geben. Er streckt seine Hand aus und erwartet, dass wir seinen unsichtbaren Gegenstand entgegen nehmen. Noch mehr freut er sich, wenn Mama das Überreichte Fantasie-Präsent dann an Papa weitergibt. Und am größten ist die Freude für ihn, wenn ich ihm sein unsichtbares Geschenk wieder zurück gebe – und es wieder im Kreis herum geht. Und so weiter…
Das Verblüffende daran: Wir wissen nicht, was es ist, was unser Kleiner uns in die Hand gibt und wir können es auch nicht sehen. Aber wir spüren es.
“Mit dem Essen spielt man nicht!” Irgendwo aus dunkler Vergangenheit hallt uns Eltern dieser Spruch noch im Kopf nach. Und jetzt, wo wir selber Eltern sind, merken wir: Dieser Satz kann nur von jemandem stammen, der keine Kinder hat. Oder nichts von ihnen versteht.
Denn bei einem Kleinkind, das experimentierfreudig zum Löffel greift, gehen Spielen und Lernen fließend ineinander über. Wer seinem Kind geduldig Freiraum gibt, die Dinge im wahrsten Sinne selbst in die Hand zu nehmen, wird belohnt, denn es lernt schneller, selbstständig zu essen.
Zugegeben: Kollateralschäden muss man in Kauf nehmen. Wir lernen z.B. gerade Schokobrei essen. Und Tisch, Kinderhände, Kleidung und Gesicht sehen teilweise ziemlich bekleckert aus. Sogar der weiße Designerstuhl am Esstisch wurde zur Leinwand für moderne Schoko-Kunst, handgemalt. Aber das ist es uns wert.
Ich sehe ja ein, dass Spielzeug nicht nur bunt sein soll, sondern auch laut. Damit neben taktilen Erlebnissen und Sehsinn auch der Hörsinn angesprochen wird. Dennoch versuche ich, gerade am Abend, das unvorsichtige Berühren von Spielzeug zu vermeiden. Denn es kann anstrengend werden nach einem harten Tag aus Versehen berührungsempfindliches Spielzeug anzustupsen und damit die Spielhölle zu aktivieren. Prompt befindet man sich in einer Soundkulisse, die an 1000 einarmige Banditen in einer Spielhalle erinnern, die im Chor mit einer Sirene, sprechenden Büchern und einem singenden Friedhof der Kuscheltiere lärmen. Bei aller Liebe – an die abendlichen Ruhezeiten sollte sich auch Spielzeug halten. Schließlich werben die Hersteller damit, wie intelligent es ist.
Wenn man hinter einem Kind hinterher rennt, das gerade entdeckt, dass Laufen umso mehr Spaß macht, je höher die dabei erreichte Spitzengeschwindigkeit in Relation zur Anzahl der Hindernisse und Stolperfallen im Raum ist, macht man als Eltern eine eigene Entdeckung: Der Kaputzenpulli, den das Kind trägt, hat eine geheime Zusatzfunktion.
Merkt man nämlich, dass das Kind im Rennen nach vorne zu fallen droht, kann man es in letzter Sekunde noch vor dem Aufprall bewahren – indem man es an der Kaputze hält. Sozusagen der Airbag, der nach hinten losgeht beziehungsweise der Notfallschirm für kindliche Base Jumper. Verlassen möchte ich mich auf die magischen Fähigkeiten der Kaputze allerdings nicht.
Der Spruch “Dich kann man auch keine Sekunde allein lassen” passt auf keine andere Zielgruppe so gut wie auf Kleinkinder. Es waren auch nur Sekunden, in denen ich woanders hinsah, die dazu führten, dass ich während ich diese Zeilen schreibe, noch eine erhöhte Herzfrequenz habe und verschwitzt bin. Ich habe nämlich gerade beim Giftnotruf angerufen.
Doch der Reihe nach: Einmal weggeguckt und im nächsten Moment hatte unser kleiner Forscher einen Pritt-Stift im Mund. Ich entfernte, so gut es ging, den klebrigen Klumpen, der seine noch unvollständige untere Zahnreihe bedeckte, putzte ihm die Zähne und gab ihm zu trinken. Dann rief ich den Giftnotruf an, der mir die Tipps gab, die ich instinktiv gerade schon ausgeführt hatte – Zähne putzen und Wasser geben.
Die freundliche Dame am Telefon meinte zudem, dass es sogar unproblematisch gewesen wäre, wenn unser Gourmet den kompletten Stift gegessen hätte. Das käme gar nicht so selten vor, sagte die Expertin, “denn so ein Stift riecht ein bisschen wie Marzipan.”
Wieder was gelernt. Was hoffentlich für Vater und Sohn gleichermaßen gilt.
Gut, dass es Telefonflatrates gibt. Denn das Lieblingsspielzeug unseres kleinen Mannes ist das Telefon. Am liebsten natürlich, wenn am anderen Ende tatsächlich ein Gesprächspartner ist, der mit ihm spricht. Beliebtestes Opfer: meine Eltern. Denn die hören ihm minutenlang geduldig zu, auch wenn der Kleine bisher nur eine Sprache spricht, die allenfalls Außerirdische vom Planeten Beteigeuze oder Ork verstehen. Wenn überhaupt.
Heute hat unser Telefon-Freak minutenlang genüsslich mit einer Dame telefoniert und eifrig auf diese eingeredet, obwohl sie zur Konversation immer nur ein und denselben Satz beitrug: “Diese Nummer ist leider nicht vergeben.”
Das hat uns auch keiner vorher gesagt. Ich meine, dass die süßen kleinen Monster macnhmal gefährlicher als Raubkatzen sein können. Egal wie oft man die Nägel schneidet, manchmal kratzt und beißt unser Kleiner wie ein Zombie. Immerhin bleibt der Trost: Er macht es ja nicht mit böser Absicht und wenn man ihm erklärt, dass es weh getan hat, weint er fast vor Mitgefühl.
Und irgendwie trage ich meinen Scarface-Kratzer, den er mir zugefügt hat, auch stolz wie ein Kriegsveteran…
Bei meinem ersten Besuch mit unserem kleinen Racker bei Toys ´r us bemerkte ich vor kurzem mit Erstaunen, dass es für Kinder motorisierte Fahrzeuge gibt. Quasi der Ferrari unter den Bobbycars. Der Preis war im Vergleich zu anderen Spielsachen – in Kinderdimensionen umgerechnet – vergleichbar luxuriös wie ein echter Ferrari im Vergleich zu einem Kleinwagen.
Ich freue mich daher, dass unser Kleiner auch im Alter von einem Jahr und drei Monaten mit einem Topfhandschuh, der in meiner Hand zu einem sprechenden Spielkameraden namens “Küchi” wird noch genau so viel Spaß hat wie mit einem teuren Geschenk.
Und darüber, dass in der Wahrnehmung von ihm noch immer bei den meisten Geschenken gilt: Die Verpackung ist das eigentliche Geschenk.
Alle Eltern, die wir kennen, “warnten” uns vor: Genießt das erste Jahr mit eurem Baby, es vergeht unfassbar schnell. Stimmt auch. Aber wie unfassbar schnell, das ist für mich immer noch kaum zu glauben. Obwohl ich stets redlich bemüht war, alle herrlichen Momente mit dem kleinen Racker bewusst zu genießen.
Jetzt ist Dennis also offiziell aus dem Baby-Alter gereift zum Kleinkind. Eine Zeit des Übergangs, an dem er die Grenzen gelegentlich noch in beide Richtungen übertritt. Wenn er müde ist und zeigt, dass er bei Mama und Papa am besten schlafen kann, ist er noch wie ein Baby. Und in anderen Momenten wirkt er wie ein kleiner Mann, der erhobenen Hauptes in die Zukunft geht – und das sogar freihändig.
Wer wissen will, was zuvor geschah, kann dies im Baby-Blog aus Papa-Sicht nachlesen.
