Neu im Kleinkind-Blog: Digital Native

Der Kleinkind-Blog - große und kleine Abenteuer aus Papa-Sicht (Foto © Fotolia/Esthermm)

Der Kleinkind-Blog – große und kleine Abenteuer aus Papa-Sicht (Foto © Fotolia/Esthermm)

Hier lesen Sie die großen und kleinen Abenteuer der Kleinkind-Zeit – aus Papa-Sicht.

Unterhaltsame Geschichten, die das echte Leben schreibt – voller Action, Spannung, Drama, Freudentränen und Liebe.

Schauen Sie ruhig öfter vorbei, denn es kommen ständig neue Eindrücke und Erfahrungen hinzu. Die neuesten Beiträge stehen immer ganz oben.

Digital Native

Mein Sohn, der fünfjährige Digital Native, überschätzt bisweilen noch den Stand der Technik in unserem Haus. So wischt er auch mal über den Fernsehschirm und wundert sich, warum nichts passiert, weil er das so vom Touch Display des Smartphones kennt.

Heute war ich amüsiert darüber, dass er mich aus der Arbeit riss, indem er sich urplötzlich über den Laptop beugte und den Bildschirm anschrie: „Okay, Google, warum muss ich immer baden?“

Auto-Kaufberatung

Auto-Kaufberatung durch meinem Sohn (4):
(Sieht einen Sportwagen): „Der ist cool! Damit könntest du cool fahren!“
(Sieht einen LKW): „Du kannst doch auch einen Laster fahren, das wäre lustig.“
(Sieht ein Motorrad): „Oder wir setzen Fahrradhelme auf, dann können wir Motorrad fahren.“
(Sieht einen Smart): „Oder der!“
Ich: „Der ist zu klein.“
Er: „Aber ohne Mama geht´s.“

Radfahren lernen

Die Überschrift ist irreführend. Denn streng genommen musste mein Sohn nicht Radfahren lernen. Er setzte sich einfach drauf, trat in die Pedale und rief nach wenigen Metern zu mir nach hinten: „Lass los, ich will alleine!“
Ich tat wie mir geheißen und fragte verblüfft: „Wieso kannst du denn einfach so Radfahren?“
Er: „Weil ich ein Radfahrer bin.“
Blöde Frage, gute Antwort.

Der Wind unter deinen Flügeln

Loslassen können ist eine der schwierigsten Herausforderungen für Eltern. Und nirgendwo kann man das so wörtlich nehmen wie in der Phase, in der ein Kind das Radfahren lernt. Woher ich das weiß? Ich war mit meinem Sohn gestern in einem Fahrradgeschäft. Er hat bereits reichlich Erfahrungen mit Dreirad, Kleinkind-Kettcar und Laufrad gesammelt, aber war noch nie zuvor am Lenker eines Fahrrads gesessen. Zunächst wurde ein Modell ausgesucht, dass den Designansprüchen von Sohn und Papa genügte, das Auge fährt schließlich mit. Die erste Reaktion, schon vor der eigentlichen Testfahrt: Nachdem er schnell das Gleichgewicht im Stand verlor, gab er sofort auf mit der Begründung, das Fahrrad sei kaputt, schließlich fuhr es nicht richtig. Ich erklärte gelassen, dass man Fahrradfahren genau so wie Autofahren und andere Dinge erstmal lernen müsse, es aber viel Spaß machen würde, wenn man es kann.

Aus der Abneigung gegen das Fahrrad wurde schnell Hassliebe und daraus entwickelte sich Begeisterung – alles noch innerhalb des Fahradgeschäftes, wohlgemerkt. Mit mir als menschliche Stützräder raste mein Sohn durchs Fahrradgeschäft. Ich hielt ihn dabei unter den Achseln, da sein Fahrstil eine recht wackelige Angelegenheit war und ich mir sicher war, dass er ohne mich umfallen würde und es lange dauern würde, bis er sich nach diesem frustrierenden Erlebnis erneut auf den Drahtesel schwingen würde. Apropos „Schwingen“: Kennen Sie den Song „Wind beneath my wings“ von Bette Midler? An den musste ich kurz darauf denken: Nach einer Weile fand ich den Mut, meinen Griff zu lockern, bis ich schließlich ganz losließ und die Hände nur noch für den Fall des Fallens in Greifnähe positionierte. Als menschlicher Airbag, quasi. Begeistert und verblüfft stellte ich fest, dass der kleine Mann auch ohne mich fahren konnte, wenn auch in Schlangenlinien. 

So heißt es in dem Lied von Bette Midler:

„Did you ever know that you’re my hero
And everything I would like to be?
I can fly higher than an eagle
For you are the wind beneath my wings“

Übrigens: Das Fahrrad haben wir gekauft. Ohne Stützräder.

Die totale Immersion

Ich war schon immer ein leidenschaftlicher Videospiel-Fan. Als ich jung war, dachte ich, die totale Immersion, also das Gefühl, gänzlich in das Spiel einzutauchen, würde entstehen, wenn die Virtual Reality-Technik Fortschritte macht. Nun, kurz bevor diese VR-Technik marktreif ist (Stichwort Oculus Rift), weiß ich: Die wirkliche totale Immersion braucht weder Datenbrillen noch sonstige digitale Hilfsmittel. Die totale Immersion ist, gemeinsam mit deinem Kind der festen Überzeugung sein, dass die Küche in Wahrheit eine Ritterburg ist. Die totale Immersion ist, wenn beim Spielen mit Wasserpistolen das innere Kind und das eigene Kind miteinander spielen, während der Erwachsene vergisst, dass er eigentlich noch etwas arbeiten müsste an dem Tag.

Übrigens: Um Spielefans, die kein Kind haben, zu erklären, wie sich ein Wasserpistolen-Duell mit dem eigenen Sprössling anfühlt: Stell dir den Egoshooter mit der fotorealistischsten Grafik und dem besten Gameplay vor – und der Endgegner ist das süßeste Wesen, dass du je gesehen hast.

Magische Momente

Mein Sohn kann schon ganz toll zaubern. Wenn in einem Zauberhut eine Plüschhase steckt, und er „Zauber zauber“ sagt, ist danach im Zauberhut… ein Plüschhase! Doch die eigentliche Magie ist sein begeistertes Lächeln dabei.

Sätze für die Ewigkeit

Sohn (während ich ihn trage): „Wenn ich groß bin, trage ich dich auch.“

Wenn ich groß bin…

Als ich meinen Sohn beim Kindergarten abholte, sagte dieser freudestrahlend: „Wenn ich groß bin, hole ich dich auch vom Papa-Kindergarten ab.“ Momente für die Ewigkeit…

Die schönsten Worte

Unser Kind hat heute den schönsten Satz gesagt, den ein Kind zu seinen Eltern sagen kann: „Ich liebe… Star Wars.“
😉

Männergespräche

Ich: „Batman ist toll.“
Sohn: „Nein, Spiderman ist toll.“
Ich: „Nein, Batman.“
Sohn: „Nein, Spiderman!“
(usw, ad infinitum…)
Er ist vier Jahre alt. Und kommt offenbar endlich in das Alter, indem man ernsthafte Männergespräche mit ihm führen kann…

Kinder-Philosophie: Schiffskapitäne am Ball

Berechtigte Frage, auf die noch kein einziger Sportreporter kam: Das Kind eines Bekannten wunderte sich, wie es sein kann, dass Philipp Lahm Kapitän des FC Bayern sein kann, obwohl er doch gar kein Schiff hat…

Lebensmittelkunde dank Disney

Vater (am Frühstückstisch): „Magst du Käse?“
Sohn (fachkundig): „Nein, das ist doch nur für Mäuse!“

Das hat man dann davon, wenn man seinen Kindern die Welt unter anderem mit Hilfe von Zeichentrick-Filmen erklärt…

Mama, die flotte Biene

Gespräch zwischen Vater und Sohn:
Vater (erklärt den Blumenstrauß in seiner Hand): „Die Blumen sind für Mama.“
Sohn (verwundert): „Aber die Mama ist doch keine Biene!“

Einkaufen im surrealen Supermarkt meines Sohnes

Fans des Dadaismus und Surrealismus haben viel Spaß im Gespräch mit ihren Kindern im magischen Alter von drei Jahren. Mir geht es zumindest so, wie dieser authentische Dialog hoffentlich demonstriert. Ich war als Kunde einkaufen im „Supermarkt“ meines Sohnes.

Ich: „Guten Tag, haben Sie Tomaten?“
Er: „Ja, leider schon.“
Ich: „Wie viel kosten die?“
Er: „Äh… 2 Uhr.“
Ich: „Aha, habe ich nicht. Kann ich mit diesem Elefanten zahlen?“
Er: „Na gut.“
(Pause. Dann wirft er unvermittelt eine Kartoffel weg)
Ich: „He! Vielleicht hätte ich die gern gekauft!“
Er: „Aber ich mag keine Kartoffel!“
Ich: „Ist doch egal, du bist der Verkäufer“
Er: „Nein, ich bin ein Roboter“

Hat er das wirklich gesagt?

Eltern denken ja immer, ihr Kind ist etwas ganz besonderes, aber ich bin mir doch recht sicher, dass noch kein Kind zuvor in der gesamten Menschheitsgeschichte den Satz ausgesprochen hat, den meiner heute sagte. Es waren die sechs magischen Worte: „Darf ich bitte den Fernseher ausmachen?“

Der kleine König hat keine Zeit

Natürlich ist auch die Zeit wunderschön in der Kinder und Eltern sich noch ohne Worte verständigen. Aber deutlich witziger, turbulenter – und zugebenermaßen bisweilen auch anstrengender – wird das Familienleben, sobald die Kleinen sprechen können. Ich weiß, dass viele Eltern die „Warum?“-Fragen ihrer Kinder als nervtötend empfinden. So weit bin ich noch nicht. Im Gegenteil: Ich freue mich über die geradezu philosophischen Diskussionen mit meinem Sohn, der mit jedem „Warum“ des Pudels Kern der Dinge näher kommen will.

Ebenfalls amüsieren kann ich mich über Dialoge wie diese:

Ich: „Gehst du jetzt freiwillig ins Bett?“
Sohn: „Nein, ich habe keine Zeit, leider.“

Oder:

Ich: „Das war nicht nett, entschuldigst du dich?“
Sohn: „Nein.“
Ich: „Wieso?“
Sohn: „Ich bin ein König.“

Hai-Alarm im Apfelsaft!

Nein, mein Sohn, in deinem Saft ist sicher kein Hai. Und wir werden sehr wahrscheinlich auch im Wald kein Krokodil und keine Roboter sehen. Und der Atem, der im Winter sichtbar wird, verwandelt uns nicht in feuerspeiende Drachen… Aber ich finde es genau so schade wie du, dass die Welt meist nicht ganz so spannend ist wie deine Fantasie.

Fiebermessen ohne Thermometer

Forscher haben herausgefunden, dass Eltern mit zu vernachlässigender Fehlerquote sicher bestimmen können ob ihr Kind Fieber hat. Ich habe allerdings etwas noch viel Erstaunlicheres herausgefunden: Wenn man ganz genau darauf achtet, kann man schon aus zwei Metern Entfernung spüren ob das Kind noch Fieber hat. Eltern-Instinkt ist eine faszinierende Sache.

Die Sonne ist weg!

Mein Sohn: „Oh nein, die Sonne ist weg.“
Darauf ich: „Die Sonne ist nie weg. Sie versteckt sich nur manchmal hinter den Wolken.“

Kurz nachdemn ich das ausgesprochen hatte, wurde mir bewusst, dass es das Wichtigste ist, was man seinem Kind erklären kann. Vor allem, wenn man es als Metapher versteht.

Naive Malerei

Einer meiner schlimmsten Albträume wurde wahr:
Mein Sohn hat unseren recht neuen Flachbildfernseher (mit Internetzugang, HD-Auflösung, 3D und allem sonstigen Hightech-Schnickschnack) mit einer Leinwand verwechselt und auf die Scheibe gemalt.

Aber wie soll man seinem Kind böse sein, wenn es einen mit großen Augen anschaut wie die niedlichste Figur aus einem Disney-Film und fragt: „Sind wir wieder Freunde?“

Silo-Ritter und Roboter-Mülleimer

Eines Tages wirst du herausfinden,
dass Autos nicht schlafen

und
der Mülleimer mit Sensorklappe
kein Roboter ist.

Eines Tages wirst du wissen,
dass Silos keine Burgen sind,
in denen Ritter wohnen

und dass Darth Vader nicht so ein netter Kerl ist
wie du dachtest.

Eines Tages wirst du lernen,
dass man beim Versteckspiel
viel schwerer zu finden ist,
wenn man nicht dauernd fröhlich ruft
„Ich bin hier!“

Eines Tages wirst du verstehen,
dass die Sonne dich nicht hören kann,
wenn du ihr begeistert zurufst: „Hallo Sonne!“

Ich wünsche dir,
dass dieser Tag noch weit weg ist

Nudelroboter bestellen Haifischkuchen

Mein Sohn ist ein Nudelroboter und bestellt in der Küche Haifischkuchen. Mich tituliert er als Eiermaus… Das Leben mit Kind wird herrlich surreal, sobald die Kleinen sprechen können.

Kennen Sie „Chaosball“?

Kennen Sie das Spiel „Chaosball“? Sie können es eigentlich nicht kennen, denn mein Sohn hat es gerade erst erfunden. Es geht so: Ein Kinderball und ein schwerer, regulärer 5er-Fußball werden von je einem der beiden sich gegenüber stehenden Spieler in die Luft geworfen in Richtung des Mitspielers.

Dabei versucht man, den Ball des anderen mit dem eigenen in der Luft zu treffen und so dessen Bahn umzulenken. Die Runde gewinnt, wer mit der unvorhersehbaren Flugbahn mehr Chaos im Wohnzimmer anrichtet. Verloren hat, wer den Fernseher oder andere wichtige Gegenstände trifft oder gar beschädigt. Das Spiel endet, wenn ein Spieler müde wird. Oder sich ein Nachbar beschwert.

Meine Frau, die Prinzessin

Die vierjährige Tochter unserer Bekannten hat meiner Herzensdame das schönste Kompliment gemacht, was ein Kind einer Frau machen kann, wie ich finde. Sie fragte: „Bist du eine Prinzessin?“

Midlife Crisis? Keine Zeit!

Wenn man knapp hinter dem 41. Geburtstag zusammen mit einem guten Freund (ebenfalls um die 40) von einer ca. 6-Jährigen auf dem Gummi-Vulkan eines Kinder-Indoor-Action-Parks getadelt wird, man möge doch bitte nicht so schnell auf den Berg rennen, hat man alles richtig gemacht im Leben, finde ich.

Das letzte Abenteuer

Das letzte Abenteuer ist nicht der Mount Everest. Sondern mit dem Netbook arbeiten, ca. 80 cm entfernt vom Sandkasten des Sprösslings…

Die Schwimmlehrerin von König Ludwig II.

Beim Besuch eines der Schlösser von König Ludwig II. in Bayern fragte die 3-jährige Tochter unserer Freunde angesichts eines Teichs, ob der König darin ertrunken sei. Als dies verneint wurde, meinte das Mädchen: „Wenn der König Ludwig meine Schwimmlehrerin gehabt hätte, wäre ihm das eh nicht passiert.“

Wir sind die Roboter

Ich weiß, dieser Zustand wird nicht bis zur Pubertät anhalten. Vermutlich ist sogar schon morgen alles anders. Aber heute, heute genieße ich, dass unser Sohn gerade spielt, er sei ein Aufräumroboter und voller Begeisterung alles dahin trägt und ablegt, wo es hingehört. Es gab Tage, da hatte ich ihm widersprochen als er behauptete, er sei ein Roboter. Aber da war er ja auch noch kein Saubermach-Roboter…

Bildungsfernsehen 2.0

Während Erwachsene nach einem filmischen Hochgenuss die überraschende Schlusswendung oder das Happy End genießen, um sich beim nächsten Filmabend voller Neugier einem neuen Streifen zuzuwenden, haben Kinder kein Problem mit bereits bekannten Pointen und Wiederholungen. Ganz im Gegenteil! Wie alle Eltern früher oder später mit Erstaunen feststellen: Wiederholungen sind sogar die bevorzugte Art von Kindern, Filme anzusehen. Der Lieblingsfilm wird wieder und wieder angesehen. Ein Phänomen, dass man zwar auch von erwachsenen Cineasten kennt, die seit Jahren ihrem liebsten Kultfilm huldigen, doch für Eltern wird die Repetition von Kinderfilmen schnell zur Nervenprobe. Ein Sujet, das oft bereits beim ersten Ansehen wenig Stoff für tiefergehende filmkritische Diskurse liefert, gewinnt auf den zweiten Blick wenig an Reiz dazu. Und selbst der witzigste Animationsfilm verliert an Spannung, wenn man jeden Dialog bereits seit längerem  mitsprechen kann und jede Slapstickeinlage in und ausendig kennt.

Die gute Nachricht, auch für Sie, liebe Leser: Nun habe ich einen Weg gefunden, wie man als Zwangs-Mitzuschauer nicht wahnsinnig wird, wenn man ein und dieselbe Szene zum gefühlt hundertsten Mal sieht. Der Trick: einfach den Film jedes Mal in einer anderen Sprache ansehen. So lernt man nebenbei wenigstens eine Fremdsprache… Warum bin ich da nicht früher drauf gekommen?

Osterhase, Weihnachtsmann und Onkel Darth Vader

Ich weiß, dass irgendwann im Leben aller Eltern und Kinder der Moment kommt, an dem man den Kids schonend beibringen muss, dass es Nikolaus und Osterhase nicht wirklich gibt. Also jedenfalls nicht außerhalb der Marketingstrategien von Schokoladenherstellern. Darüber mache ich mir allerdings wenig Sorgen. Kopfzerbrechen macht mir eher, wie ich unserem Sohn schonend breibringen soll, dass Darth Vader gar nicht so ein netter Kerl ist wie er denkt.

Paarebene? Gern, aber allein!

Man soll „die Paarebene nicht vernachlässigen“, so der Rat von Paartherapeuten und Hebammen. Doch in der Praxis, ist das leichter gesagt als getan. Vor allem an den Tagen, wo Kinder sich vehement gegen den Mittagsschlaf wehren. Heute um kurz nach 16 Uhr gab ich die Idee von einem wohlverdienten Stündchen „Kinderpause“ an einem Samstag endgültig auf und sagte seufzend zu meiner Frau:
„Ich wünschte, ich hätte jetzt ein bisschen Zeit mit dir allein.“
Und sie? „Geht mir genau so – ich hätte jetzt auch gern ein bisschen Zeit mit mir allein.“

Star Wars und das Aquarium der Macht

Vielleicht habe ich doch den Einfluss von Star Wars unterchätzt, als das nebenbei im Fernsehen lief. Warum ich mich das frage? Weil mein Sohn versucht, die Fische in unserem Aquarium durch die Macht seiner Gedanken per Handbewegung auf die andere Seite des Wasserbeckens zu verschieben…

Weihnachtshase und Osterroboter

Dass wir unserem Sohn irgendwann schonend beibringen müssen, dass es den Weihnachtsmann und den Osterhasen nicht gibt, war mir natürlich bewusst. Aber schon lange davor stellt sich die Frage: Wie bringe ich ihm schonend bei, dass der kleine, silbern-glänzende Badezimmer-Abfalleimer nicht wirklich ein Roboter ist?

Tag der offenen Tür – und der offenen Fragen

Heute besuchten wir drei einen Tag der offenen Tür in einem Kindergarten. Und obwohl meine Frau, unser Sohn und ich am selben Ort waren, sah jeder von uns etwas völlig anderes. Der kleine Abenteurer sah all die anderen Kinder, die Spielsachen, die Rutsche, die Spielzeugküchen-Utensilien und viele weitere Dinge zum Erforschen. Meine Frau sah, wie gut es ihm ging und eine Zukunft, in der sie wieder mehr arbeiten könnte.

Und ich? Ich sah, dass das Treppengeländer zu hoch war für die Hand meines Sohnes. Und viele potentielle Gefahren für die Kids, gegen die nur sehr wache Kindergärtnerinnenaugen und flinke Kindergärtnerinnenhände helfen können. Aber es sind ja noch ein paar Monate Zeit, um sich an die kommende neue Situation zu gewöhnen. Papa wird das schon schaffen, Papa ist ja schon ein großer Junge…

Die Energie-Effizienz von Kleinkindern

Es klingt vielleicht nach Rabenvater, doch ich gebe zu: Ich musst fast lachen, wie viel daneben geht, wenn unser kleiner Mann versucht mit der Contenance eines berufserfahrenen Restaurantkritikers von seiner Suppe zu kosten…

Ich sage es mal so: Nur eins hat eine schlechtere Energieeffizienz in Sachen Wasserverbrauch als eine alte Waschmaschine – ein Zweijähriger, der Suppe isst.

Wer erzieht hier eigentlich wen?

Heute wollte ich ein kurzes FIFA-Match online auf der Xbox spielen, während meine Frau unterwegs und ich mit dem kleinen Mann allein war.
Ich fragte ihn also: „Darf ich kurz Ball spielen?“
Normalerweise ist er beigeistert, wenn er das Wort „Ball“ hört, egal ob es um eine Fußballspielübertragung im Fernsehen, Ballspielen auf dem Rasen oder im Wohnzimmer oder eben ums Zuschauen bei einer kurzen Auszeit an der Konsole geht.
Heute aber erhob er mahnend den Zeigefinger, sah mich ernst an und sagte mit ebenso ernster Stimme: „Nur eins“
Woher er das hat? Es ist meine Standard-Reaktion auf die Frage nach Süßigkeiten…

Bis Zehn zählen

Ob mein Kind schon bis 10 zählen kann? Klar! Und das klingt so:

Eins…
Eins…
Eins…
Eins…
Fünf…
Eins…
Eins…
Eins…
Eins…
Wusch!

Mit „Wusch“ endet dann der Countdown, der den Start eines mutigen Stuntman-Sprungs auf dem Bett einleitet.

Der Staubsauger meiner Träume

Schwarzer Lack, minimalistische Formensprache, Design reduziert auf das Wesentliche – nämlich Passion. Und mehr Pferdestärken als eine Kavallerie aus einem Western… Die Rede ist nicht von einem neuen Supersportwagen mit italienischen Wurzeln, sondern von unserem neuen Staubsauger. Es ist die Art von Staubsaugern, von dem ich schon mein ganzes Leben lang geträumt habe. Mit einer Saugstärke, die das Saugen über einen Teppich zu einem Kräftemessen macht, Zentimeter um Zentimeter, ein Kampf Mensch gegen Maschine. Damit über den Teppich zu saugen fühlt sich an wie Wrestling mit einem Alligator, denn das Rohr krallt sich mit aller Kraft an die Teppichfasern.

Laut ist er auch, wie ein Düsenjet-Baby. Das ist gut so, denn so hört man, wie viel Kraft in ihm arbeitet. Aus dem Lüfter strömt Luft, die so heiß ist, dass man, wenn man ihm beim Bücken zu nah kommt, denkt man hält den Kopf an eine Vulkanöffnung – toll!

Navigationsgeräte in Weihnachtsstimmung

Woran man erkennt, dass unser Navi schon in Weihnachtsstimmung ist und an den Nikolaus denkt? Es sagt immerzu: „Die Rute ist berechnet.“

Sandkasten-Krieg und Frieden

Den Krieg um den letzten freien Sitzplatz an der Schaukel kennen alle Eltern. (Und im Gegensatz zu Hotelpool-Liegen ist das Reservieren per Handtuch verboten, vermutlich durch die Genfer Konventionen). Diesmal aber ist die Rede von einem anderen Krieg. Und überraschende Antagonisten. Der folgende Dialog ist 1:1 so am Spielplatz abgelaufen:

Kind (höchstens 6 Jahre alt): „Lass mich doch einfach in Frieden!“
Mutter (energisch): „Es gibt keinen Frieden! Dann zieh halt aus!“

Wie erwähnt: Das Kind war höchstens 6 Jahre alt.. Den Satz „Es gibt keinen Frieden“ hätten übrigens Rambo oder der Terminator nicht finsterer aussprechen können.

Immer wieder beruhigend zu erleben, dass auch andere Eltern die Nerven verlieren ab und zu.

Jugend forscht: Cola und Salz

Cola und Salz, Gott erhalt´s! Oder so ähnlich…
Seid heute wissen mein Sohn und ich, was passiert, wenn man Salz in ein Glas Cola schüttet: Es schäumt. Toll. Schade nur, dass es eine Cola war, die ich noch trinken wollte. Dein Forschungsdrang in allen Ehren, Einstein Junior, aber herausfinden, wie es schmeckt, werde ich nicht für dich!

Unser kleiner Mann kommt in die KITA

Nun ist es also soweit: Unser kleiner Mann fängt ein neues Leben an. Er ist jetzt in der KITA-Eingewöhnungsphase. Ich gebe zu: Ich als Papa habe mich nicht getraut, das mit anzusehen, weil ich Angst hatte, ihn traurig zu erleben. Immerhin hatte ich damals den Mut, dabei zu sein bei seiner Geburt. Aber irgendwie erschien mir der Anblick meines traurigen Kindes eine noch viel erschreckende Aussicht als die Strapazen der Geburt. Ich habe meine Frau also, muss ich zu meiner Schande gestehen, allein in die Ungewissheit geschickt. Meine Angst war unbegründet, denn die einzige Person, die traurig war, war seine Mama (und natürlich ich). Er selbst war von Anfang an begeistert von seinem neuen Lebensabschnitt, den netten Mitarbeiterinnen und den neuen Freunden, die er kennenlernen darf.

Es war ganz so wie KITA-Mitarbeiterinnen immer schon allen Eltern im Vorfeld prophezeien: „Die einzigen, die heulend in der Ecke stehen und getröstet werden müssen, sind die Eltern.“

Kindermund sagt… Enten bei der Arbeit

Gespräch zweier zirka 3-jähriger im Wildpark:
„Schau, da ist eine Entenmama mit ihren Babies!“
„Aber wo ist der Entenpapa?“
„Der Entenpapa? Weiß nicht… Ah, ja, der ist bestimmt in der Arbeit!“

Fliegenfüttern

So amüsant es auch zu beobachten ist: Wie bringe ich meinem Kind schonend bei, dass man Fliegen nicht mit Käse füttern kann? :-) Vieles was für uns Erwachsene selbstverständlich nicht geht, folgt bei Kleinkindern einer ganz eigenen – und oft ganz anderen – Logik. Frei nach dem Motto: „Geht nicht? Gib´s nicht!“ Nachdem unser Kleiner täglich unsere Fische im Aquarium füttern darf, macht es natürlich Sinn, dass er Fliegen mit Käse füttern will – irgendwie. Er versucht die Fliegen sogar zum Essen zu animieren, indem er „Mhhhm“-Geräusche macht, die akustisch belegen sollen, wie lecker Käse ist. Bisher würdigen die Fliegen ihn trotz seines bewundernswerten Engagements leider keines Blickes…

Lächelverbot per EU-Verordnung

Lächeln verboten! Schnuller raus! Der verpflichtende Kinderpass kommt und keiner weiß so recht warum. Vermutlich, um drogenschmuggelnde Babys und terrorbereite Babys abzuschrecken…Aber ganz im Ernst: Während Eltern versuchen, Fotos zu machen, auf denen ihre Kinder lächeln, ist nun die Herausforderung für Kinder, ein „biometrisch“ ernstes Gesicht zu machen und den Mund geschlossen zu halten. Eine Geduldsprobe für jeden Fotografen – und für alle Eltern, die den Sinn hinter dieser EU-Regelung suchen…

Kickerregeln beim Spiel mit Kindern unter 3 Jahren

1. Jedes vom Kind geschossene Tor zählt doppelt.
2. Auch wenn der Ball ins eigene Tor ging.
3. Es darf auch mit den Händen gespielt werden.
4. Sogar der Feuerwehrmann von Lego darf aufs Spielfeld.
5. Die wichtigste Regel: Alle Tore von Papa zählen nicht – wegen Abseits 😉

Spaziergänge im Park

#1

„Oh ist der süß!“ quietscht eine junge Dame, die Arm in Arm mit ihrem Freund an uns vorbei spaziert. Dass sie nicht mich meint, sondern meinen Sohn, damit kann ich gut leben, denn ich bin ja selbst ganz begeistert von ihm.

#2

So sehr ich mich freue, dass Dennis keine Angst vor Hunden hat: Wenn er großen Hunden hinter her ruft, um sie aufzufordern herzukommen und sich streicheln zu lassen, wäre mir lieber, er würde das nur bei kleineren Vierbeinern tun. Denn in meinem Kopf sehe ich dann Szenen, in denen ich unsere Leben mit nichts als einem Schlüsselbund gegen einen riesigen Wolf verteidigen muss.

Gut, dass ich eines gelernt habe: Ob ein Hund potentiell gefährlich werden kann, erkennt man nicht am ehesten daran, den Hund genau zu begutachten, sondern seinen Besitzer…

Zeit ist relativ

Einstein hatte Recht! Zeit ist wirklich relativ. Wenn man beispielsweise mit einem eineinhalbjährigen Kind zum Supermarkt um die Ecke geht und das Kind an jedem Gartenzaun und jeder Pflanze stehen bleibt, vergeht die Zeit relativ langsam im Vergleich zu einem Supermarktbesuch allein.

Einstein hat eines allerdings verschwingen: Die Zeit ist nicht nur relativ im Bezug auf ihre Dauer, sondern auch in Bezug auf ihren Wert. Denn jede Sekunde, die ich mit meinem Sohn gemeinsam gehe, ist wertvoller als ein Tag ohne ihn.

Woran erkennt man unausgeschlafene Eltern?

Ich habe mir gerade in den Kaffee aus unserem Vollautomaten anstatt einen Zuckerwürfel einen Löffel Instant-Kaffee geschüttet. Muss ich mehr sagen?

Liebe ist…

… wenn man trotz schwerer erkältung 2200 Kilo Spielsand die Treppen raufträgt und in den neuen Sandkasten schüttet, damit dieser bei den ersten Sonnenstrahlen von seinem stolzen kleinen Besitzer eingeweiht werden kann. Und nicht zu vergessen: Ich nenne keine Namen, aber wir wissen alle, woher Papa die Erkältung hat…

Liebe ist…

… wenn man seinem Kind all die leckeren Dinge vom eigenen Teller zu Essen gibt, die man eigentlich selbst am liebsten mag

Von wegen lehrreiches Spielzeug!

Spielzeughersteller erklären gern stolz, dass ihr Spielzeug nicht nur zum Spaß da ist, sondern dass Kinder nebenbei auch etwas fürs Leben lernen. Was unser Kleiner allerdings gelernt hat von dem Aufzieh-Auto das über den Wohnzimmer-Boden fährt, wenn er vorher aufs Dach gedrückt und geschoben hat, ist: Er schiebt nun auch beim Spazierengehen parkende Autos am Straßenrand an und wundert sich, dass diese nicht Brummbrumm machen…

Das Schöne an einer Erkältung

Es ist ein schwacher Trost, wenn man eine Erkältung hat, die von den eigenen Familienmitgliedern „geschenkt“ wurde (ich will keine Namen nennen, aber wir wissen alle, wer der kleine Überträger war), aber: Man kann ohnehin nicht unterscheiden ob die eigene diffuse Mattigkeit von Müdigkeit oder Erkältung kommt.

Kann man sogar stolz auf die Erkältung seines Kindes sein?

Auf meine Frage, was man denn dagegen tun könne, dass Kind und Eltern sich immer wieder im Kreis herum anstecken, meinte eine erfahrene Profi-Mama aus dem Kollegenkreis in der Arbeit: „Gar nichts.“ Sie wunderte sich allerdings, dass das bei uns schon jetzt ein Thema ist. „Normalerweise wird das erst zum Problem, wenn ein Kind im Kindergarten ist.“

So absurd es klingt: Fast wäre ich ein bisschen stolz gewesen, dass unser kleiner Mann selbst in diesem Punkt so frühreif in seiner Entwicklung ist.

Kleine Viren für kleine Menschen!

Rückwirkend betrachtet erwies sich mein Wunschdenken als falsch – nämlich dass ein so ein kleines und süßes Wesen wie unser Kind auch nur kleine und süße Viren in sich tragen kann, die uns als Eltern deshalb nichts Böses wollen. Im Gegenteil erleben wir das Szenario, mit dem uns andere Eltern immer Angst gemacht haben: die gegenseitige Ansteckung in der Familie als perpetuum Mobile der Erkältung, bei der jeder jeden ansteckt und wieder von vorne. Immerhin geht die Elternliebe so weit, dass man sich die doppelte Portion Erkältung wünscht und im Gegenzug Gesundheit für die kleine Bazille, die wir großziehen.

Am Türsteher des Sandkastens gescheitert?

Unser Sohn freut sich immer, neue Leute kennenzulernen und mit ihnen zu plaudern. Gestern lief er zielstrebig zu spielenden (älteren) Kindern auf dem Spielplatz und brabbelte auf sie ein.

Einer meinte darauf etwas kühl: „Wir verstehen dich nicht, komm in ein paar Jahren wieder.“

Ich verstehe das als freundliche Einladung.

Mein Kind ist so musikalisch!

Dass mein Kind musikalisch ist, merke ich nicht nur an seinen coolen Dance Moves zur Musik aus dem CD-Player, sondern vor allem daran, dass er anfängt zu quängeln, wenn ich Gitarre spiele und dazu selber singe.

Kann dein Kind schon sprechen? – Ja, alle Sprachen der Welt!

Eigentlich könnte ich die Frage, ob unser Kleiner schon sprechen kann, bereits bejahen. Mit dem Finger in eine Richtung zeigen heißt: „Bring mich bitte da hin.“ Augen reiben heißt: „Ich bin müde, trägst du mich ins Bett?“ Eine Milchtüte bringen heißt: „Ich habe Durst“.

Mit dem Kopf gegen die Glastür schlagen heißt: „Ich bin wütend, dass es ausnahmseise nicht nach meinem Willen geht.“ Die eigene Jacke bringen heißt: „Gehst du mit mir spazieren?“ Ein Bussi auf die Backe heißt: „Ich hab dich lieb.“

Wenn mich das nächste Mal jemand fragt, ob unser Kleiner schon spricht, wäre es also nicht gelogen, wenn ich sage: Klar, alle Sprachen der Welt. Denn seine Körpersprache ist garantiert international verständlich.

Kindermund fragt… Heute: Eltern und Freizeit

Heute war ein befreundetes Paar mit zwei älteren Kindern bei uns zu Besuch. Als der andere Papa und ich uns beklagten, dass wir keine Zeit mehr haben für Dinge wie Videospielen, meinte seine Tochter: „Habt ihr denn keine Ferien?“

Da ist ein Papa unter der Maske

Habe unserem Sohn gerade die Star Wars-Basics anhand des Krieg der Sterne-Schachbretts erklärt. Und als er Darth Vader in der Hand hatte, sagte ich: „Da ist ein Papa unter der Maske“.

Aus dieser Perspektive habe ich Star Wars noch nie gesehen…

Eine Tomate namens Brummbrumm

Muss ich mir Sorgen machen, dass mein Sohn später einmal in die Fußstapfen von Schumacher und Vettel steigen und mit Vollgas im Kreis durch den Formel 1-Zirkus fahren will? Kann man beim Kinderarzt testen, ob ein Kind sprichwörtlich Benzin im Blut hat?

Gespräch mit meinem Sohn beim Bilderbuch lesen:

Ich: „Schau mal, eine Tomate.“
Er: „Brumm!“
„Nein, nicht Auto, das ist eine Tomate.“
– „Brumm Brumm!“
„Guck, das ist Käse.“
– „Brumm!“
„Und was ist das?“ (Ich zeige auf den abgebildeten Keks)
– „Brumm! Brumm!“
usw…

Einen Tag vorher hat Mama ihm übrigens ein Spielzeugauto gekauft…

Das neue Hobby unseres Sohnes: Kaffee umrühren

Ebenfalls sehr nett von unserem Kleinen: Er versucht, unseren Kaffee in der Tasse mit dem Löffel umzurühren. Das Ergebnis seines Eifers sieht zwar eher aus, als würde er versuchen, den Kaffee zu stampfen, aber der gute Wille zählt.

Man kann wirklich sagen, dass er sich RÜHREND um seine Eltern kümmert.

Das neue Hobby unseres Sohnes: Zuprosten

Wir hatten, schon bevor wir Eltern wurden, bei Kindern von Freunden bemerkt, wie gern diese ihr Getränkefläschchen gegen das Getränk der Eltern stoßen, um ihnen zuzuprosten (oder ist das ein typisch bayerisches Kultur-Phänomen?)

Mittlerweile ist dies auch das neueste Hobby unseres Kleinen. Er betreibt es mit so viel Begeisterung, dass wir vor lauter Prost gar nicht mehr zum Trinken kommen.

Dass man sich z.B. mit Kaffeetassen nicht zuprostet, kann er ja irgendwann lernen. Jetzt soll er sein neues Hobby erst mal in Ruhe genießen…

Das neue Hobby unseres Sohnes: Unsichtbare Dinge verschenken

Jeden Tag entdeckt unser Sohn derzeit ein neues Hobby, dem er mit großer Passion nachgeht. Aktuell ist es: Mama und Papa unsichtbare Dinge in die Hand geben. Er streckt seine Hand aus und erwartet, dass wir seinen unsichtbaren Gegenstand entgegen nehmen. Noch mehr freut er sich, wenn Mama das Überreichte Fantasie-Präsent dann an Papa weitergibt. Und am größten ist die Freude für ihn, wenn ich ihm sein unsichtbares Geschenk wieder zurück gebe – und es wieder im Kreis herum geht. Und so weiter…

Das Verblüffende daran: Wir wissen nicht, was es ist, was unser Kleiner uns in die Hand gibt und wir können es auch nicht sehen. Aber wir spüren es.

Mit dem Essen spielt man!

„Mit dem Essen spielt man nicht!“ Irgendwo aus dunkler Vergangenheit hallt uns Eltern dieser Spruch noch im Kopf nach. Und jetzt, wo wir selber Eltern sind, merken wir: Dieser Satz kann nur von jemandem stammen, der keine Kinder hat. Oder nichts von ihnen versteht.

Denn bei einem Kleinkind, das experimentierfreudig zum Löffel greift, gehen Spielen und Lernen fließend ineinander über. Wer seinem Kind geduldig Freiraum gibt, die Dinge im wahrsten Sinne selbst in die Hand zu nehmen, wird belohnt, denn es lernt schneller, selbstständig zu essen.

Zugegeben: Kollateralschäden muss man in Kauf nehmen. Wir lernen z.B. gerade Schokobrei essen. Und Tisch, Kinderhände, Kleidung und Gesicht sehen teilweise ziemlich bekleckert aus. Sogar der weiße Designerstuhl am Esstisch wurde zur Leinwand für moderne Schoko-Kunst, handgemalt. Aber das ist es uns wert.

Friedhof der lärmenden Kuscheltiere. Oder: Spielhölle Spielzeug

Ich sehe ja ein, dass Spielzeug nicht nur bunt sein soll, sondern auch laut. Damit neben taktilen Erlebnissen und Sehsinn auch der Hörsinn angesprochen wird. Dennoch versuche ich, gerade am Abend, das unvorsichtige Berühren von Spielzeug zu vermeiden. Denn es kann anstrengend werden nach einem harten Tag aus Versehen berührungsempfindliches Spielzeug anzustupsen und damit die Spielhölle zu aktivieren. Prompt befindet man sich in einer Soundkulisse, die an 1000 einarmige Banditen in einer Spielhalle erinnern, die im Chor mit einer Sirene, sprechenden Büchern und einem singenden Friedhof der Kuscheltiere lärmen. Bei aller Liebe – an die abendlichen Ruhezeiten sollte sich auch Spielzeug halten. Schließlich werben die Hersteller damit, wie intelligent es ist.

Die geheime Zusatzfunktion von Kaputzenpullis

Wenn man hinter einem Kind hinterher rennt, das gerade entdeckt, dass Laufen umso mehr Spaß macht, je höher die dabei erreichte Spitzengeschwindigkeit in Relation zur Anzahl der Hindernisse und Stolperfallen im Raum ist, macht man als Eltern eine eigene Entdeckung: Der Kaputzenpulli, den das Kind trägt, hat eine geheime Zusatzfunktion.

Merkt man nämlich, dass das Kind im Rennen nach vorne zu fallen droht, kann man es in letzter Sekunde noch vor dem Aufprall bewahren – indem man es an der Kaputze hält. Sozusagen der Airbag, der nach hinten losgeht beziehungsweise der Notfallschirm für kindliche Base Jumper. Verlassen möchte ich mich auf die magischen Fähigkeiten der Kaputze allerdings nicht.

Der feine Unterschied zwischen einem Pritt-Stift und Marzipan

Der Spruch „Dich kann man auch keine Sekunde allein lassen“ passt auf keine andere Zielgruppe so gut wie auf Kleinkinder. Es waren auch nur Sekunden, in denen ich woanders hinsah, die dazu führten, dass ich während ich diese Zeilen schreibe, noch eine erhöhte Herzfrequenz habe und verschwitzt bin. Ich habe nämlich gerade beim Giftnotruf angerufen.

Doch der Reihe nach: Einmal weggeguckt und im nächsten Moment hatte unser kleiner Forscher einen Pritt-Stift im Mund. Ich entfernte, so gut es ging, den klebrigen Klumpen, der seine noch unvollständige untere Zahnreihe bedeckte, putzte ihm die Zähne und gab ihm zu trinken. Dann rief ich den Giftnotruf an, der mir die Tipps gab, die ich instinktiv gerade schon ausgeführt hatte – Zähne putzen und Wasser geben.

Die freundliche Dame am Telefon meinte zudem, dass es sogar unproblematisch gewesen wäre, wenn unser Gourmet den kompletten Stift gegessen hätte. Das käme gar nicht so selten vor, sagte die Expertin, „denn so ein Stift riecht ein bisschen wie Marzipan.“

Wieder was gelernt. Was hoffentlich für Vater und Sohn gleichermaßen gilt.

Ein Jahr und vier Monate alter Telefonier-Freak

Gut, dass es Telefonflatrates gibt. Denn das Lieblingsspielzeug unseres kleinen Mannes ist das Telefon. Am liebsten natürlich, wenn am anderen Ende tatsächlich ein Gesprächspartner ist, der mit ihm spricht. Beliebtestes Opfer: meine Eltern. Denn die hören ihm minutenlang geduldig zu, auch wenn der Kleine bisher nur eine Sprache spricht, die allenfalls Außerirdische vom Planeten Beteigeuze oder Ork verstehen. Wenn überhaupt.

Heute hat unser Telefon-Freak minutenlang genüsslich mit einer Dame telefoniert und eifrig auf diese eingeredet, obwohl sie zur Konversation immer nur ein und denselben Satz beitrug: „Diese Nummer ist leider nicht vergeben.“

Vorsicht, bissiges Kind!

Das hat uns auch keiner vorher gesagt. Ich meine, dass die süßen kleinen Monster macnhmal gefährlicher als Raubkatzen sein können. Egal wie oft man die Nägel schneidet, manchmal kratzt und beißt unser Kleiner wie ein Zombie. Immerhin bleibt der Trost: Er macht es ja nicht mit böser Absicht und wenn man ihm erklärt, dass es weh getan hat, weint er fast vor Mitgefühl.

Und irgendwie trage ich meinen Scarface-Kratzer, den er mir zugefügt hat, auch stolz wie ein Kriegsveteran…

Der Topfhandschuh ist der Ferrari unter den Geschenken

Bei meinem ersten Besuch mit unserem kleinen Racker bei Toys ´r us bemerkte ich vor kurzem mit Erstaunen, dass es für Kinder motorisierte Fahrzeuge gibt. Quasi der Ferrari unter den Bobbycars. Der Preis war im Vergleich zu anderen Spielsachen – in Kinderdimensionen umgerechnet – vergleichbar luxuriös wie ein echter Ferrari im Vergleich zu einem Kleinwagen.

Ich freue mich daher, dass unser Kleiner auch im Alter von einem Jahr und drei Monaten mit einem Topfhandschuh, der in meiner Hand zu einem sprechenden Spielkameraden namens „Küchi“ wird noch genau so viel Spaß hat wie mit einem teuren Geschenk.

Und darüber, dass in der Wahrnehmung von ihm noch immer bei den meisten Geschenken gilt: Die Verpackung ist das eigentliche Geschenk.

Säuglinge werden Kleinkinder

Alle Eltern, die wir kennen, „warnten“ uns vor: Genießt das erste Jahr mit eurem Baby, es vergeht unfassbar schnell. Stimmt auch. Aber wie unfassbar schnell, das ist für mich immer noch kaum zu glauben. Obwohl ich stets redlich bemüht war, alle herrlichen Momente mit dem kleinen Racker bewusst zu genießen.

Jetzt ist Dennis also offiziell aus dem Baby-Alter gereift zum Kleinkind. Eine Zeit des Übergangs, an dem er die Grenzen gelegentlich noch in beide Richtungen übertritt. Wenn er müde ist und zeigt, dass er bei Mama und Papa am besten schlafen kann, ist er noch wie ein Baby. Und in anderen Momenten wirkt er wie ein kleiner Mann, der erhobenen Hauptes in die Zukunft geht – und das sogar freihändig.

Wer wissen will, was zuvor geschah, kann dies im Baby-Blog aus Papa-Sicht nachlesen.