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Album: Old Ideas
Label: Sony

Für Leonard Cohen-Fans markiert die CD “Old Ideas” das Ende einer langen Wartezeit.
Es handelt sich um das erste Studio-Album des legendären Songwriters seit immerhin acht Jahren.

Den Titel OLD IDEAS kann man in Hinsicht auf manche der zehn Stücke wörtlich nehmen, denn obgleich die eigentlichen Aufnahmen zu „Old Ideas“ erst im Januar 2011 begannen, arbeitete Cohen bereits seit Jahren an den Songs und Texten.

Zwei der Stücke, „The Darkness“ und „Lullaby“, wurden bereits 2007 aufgenommen, und frühe Versionen waren im Rahmen der vor kurzem zu Ende gegangenen Welttournee zu hören.

„Jammere niemals einfach nur so“

Die titelgebende Hommage an alte Ideen lassen sich auch in einem weiteren Sinn deuten: Ein alter Hase wie Cohen muss sich nicht wie ein Popsternchen alle paar Monate neu erfinden. Ein Meister wie er kann es sich leisten, einfach so zu bleiben, wie er ist.

Das gilt sowohl für die literarischen Texte als auch die minimalistischen Arrangements, die Leonard Cohens tiefe Stimme in den Vordergrund stellen sowie für die unaufgeregte Intonation, die auch nach all den Jahren noch zwischen Sprechen und Gesang oszilliert und schon zu Beginn seiner Karriere zu seinem Markenzeichen wurde.

Auch die Themen der Songs kreisen um die selben Inhalte wie eh und je: Begegnungen von Mann und Frau als Machtkämpfe, Religiöses und Spirituelles, die heilende und zerstörerische Kraft der Liebe, usw…

Mittlerweile klingt auch das Thema Älterwerden an. Mit 77 Jahren ist Cohen schließlich nicht mehr der Jüngste – auch wenn das Album so frisch klingt wie ein Debüt.

Einige Hinweise, was die Hörer des Albums erwarten können, gab der Kanadier bereits im Oktober 2011 als er den Prinz von Asturien-Preis erhielt, die höchste spanische Literatur-Auszeichnung: „Mit dem Älterwerden begriff ich, dass mit dieser Stimme auch Instruktionen einhergehen. Und diese Anweisungen lauten: Jammere niemals einfach nur so. Doch sollte jemand jene große, unausweichliche Niederlage, die uns alle irgendwann erwartet, zum Ausdruck bringen müssen, so sollte dies stets innerhalb der strikten Regeln der Würde und Schönheit geschehen.“

Das Coverdesign und alle Zeichnungen im Booklet stammen von Cohen selbst.

Wissenswertes

Mit seinen Werken als Songwriter und Dichter berührte und inspirierte Leonard Cohen in seiner sechs Jahrzehnte andauernden Karriere Millionen von Menschen auf der ganzen Welt.

Als er 2008 in die „Rock and Roll Hall Of Fame“ aufgenommen wurde, bezeichnete ihn Lou Reed als „einflussreichsten Songwriter auf der höchsten Stufe“.

2008 wurde sein Klassiker „Hallelujah“ zur am schnellsten verkaufenden Download-Single der europäischen Musikgeschichte, als drei verschiedene Versionen des Songs gleichzeitig in den britischen Singlecharts rangierten: Cohens Original, Jeff Buckleys berühmte Interpretation sowie eine neue Version der „X Factor“-Siegerin Alexandra Burke.

2011 erhielt er „Glenn Gould Prize“, der an Menschen verliehen wird, die durch ihre Kunst das menschliche Dasein auf einzigartige Art und Weise bereichern.

Über seine jüngste Tour stellte die BBC fest: „Leonard Cohens Stimme ist eine übernatürliche Gewalt“.