Minecraft als Brettspiel!

Ravensburger zeigt auf der Neuheitenschau Spiel Essen 2019 das Brettspiel zum legendären Videospiel „Minecraft“. Spieleredakteur Daniel Greiner (links) von Ravensburger und Spieleautor Ulrich Blum (Mitte) zocken zusammen mit Spielefan Anna Laura Schnieber.

Ravensburger transponiert das digitale Kult-Game in die traditionelle Form des Brettspiels und schafft damit ein Minecraft-Abenteuer, das wahrhaft zum Greifen nah ist.

Das Videospiel „Minecraft“ war ein echter Überraschungserfolg. Denn der Titel kam nicht aus einem großen Entwicklerstudio, sondern war ein sogenanntes „Indie“-Game, für das wenig Budget zur Verfügung stand. Auch die klobige Klötzchen-Grafik war alles andere als technisch auf dem neuesten Stand.

Warum das Spiel dennoch so erfolgreich wurde, dass es mittlerweile als meistverkauftes Videospiel aller Zeiten gilt und nicht nur auf dem PC, sondern auf nahezu jeder Spieleplattform erhältlich ist? Wie mit Lego können Spieler ihre eigenen Welten bauen. Der Sandkasten in Klötzchenform spricht Groß und Klein an.

Zum Jubiläum wird Minecraft analog!

Zum zehnjährigen Jubiläum von „Minecraft“, bringt Ravensburger ein analoges Spiel heraus. Als Brettspiel ist „Minecraft“ nun zum Greifen nah. Wörtlich!

„Minecraft: Builders & Biomes“ wurde in Zusammenarbeit mit Mojang entwickelt. Das schwedische Studio erschuf das Original.

Die analoge Adaption bringt Spieler zu einem gemeinsamen Erlebnis von Angesicht zu Angesicht zusammen.

Wie im Original gilt es auch beim Brettspiel, Monster zu bekämpfen und würfelförmige Blöcke abzubauen.

„Uns faszinierte die Idee, das Minecraft-Videospiel in ein haptisches Strategiespiel umzusetzen, bei dem sich die Spieler direkt gegenübersitzen und vorausschauend klug um die Wette bauen, um zu gewinnen“, sagt der internationale Produktmanager von Ravensburger, Florian Baldenhofer.

Der Würfel ist gefallen!

Wie im digitalen Spiel entdecken die Spieler auch bei der Ravensburger-Variante die „Oberwelt“, konstruieren Bauwerke und bauen Rohstoffe ab.

Wir finden uns nach dem Aufbau der Spielelemente wieder in einem unbekannten Teil der Oberwelt.

Es besteht aus einem Raster von Kartenstapeln. Daneben ein großer Würfel aus 64 zufällig angeordneten Ressourcenblöcken.

Pro Zug führen die Spieler immer zwei von fünf möglichen Aktionen durch.

Zu Beginn des Spiels erkunden sie erst einmal die Kartenstapel in ihrer Umgebung und bauen Blöcke aus dem Ressourcenwürfel ab. Welche Bauwerke verbergen sich in den Kartenstapeln? Ein Steinhaus in der verschneiten Tundra? Ein Lama-Stall im Gebirge? Eine Holzbrücke in der Wüste?

Die Mission der Spieler: ein möglichst großes und zusammenhängendes Gebiet auf ihrem Spielbrett zu erschaffen – aus Wald, Wüste, Bergen oder verschneiter Tundra.

Je größer die Fläche, desto mehr Punkte gibt es. Die Arten der Bauwerke und Baumaterialien haben auch Einfluss auf den Punktestand.

Action und Bauen

Wie im Original sorgen auch hier Kämpfe mit Monstern für zusätzlichen Nervenkitzel.

Monster bringen Boni und Extra-Züge. In den Stapeln verstecken sich Endermen, Creepers und andere aus dem Minecraft-Universum bekannte Monster, die man mit Waffen besiegen kann.

Um ein Monster zu bekämpfen, drehen die Spieler drei Waffenplättchen um. Der Zufall entscheidet über Sieg oder Niederlage.

Für fertiggestellte Gebäude und besiegte Monster sammeln die zwei bis vier Spieler Erfahrungspunkte. Am Ende gewinnt der Spieler mit den meisten Erfahrungspunkten.

Minecraft: Builders & Biomes

von Ulrich Blum

für 2–4 Spieler ab 10 Jahren Spieldauer ca. 30–60 Minuten
39,99 € (UVP)

Der Vorteil der analogen Variante

Ob digital oder analog spannender ist, mag eine Geschmackssache sein.

In einem Aspekt ist das gute alte Brettspiel der digitalen Welt auf jeden Fall überlegen: „Im Brettspiel erleben die Spieler ihre Kontrahenten direkt am Tisch. Dadurch sind ihre Reaktionen und insbesondere ihre Emotionen super authentisch“, sagt Daniel Greiner, Spieleredakteur von Minecraft: Builders & Biomes und selbst begeisterter Gamer.

Ulrich Blum, Erfinder des Brettspiels, sagt: „Brett- und Computerspiele verhalten sich ja ein bisschen wie Theater und Kino. Beide scheinen erst mal das Gleiche zu machen, doch bei genauerem Hinsehen stellt man fest, dass beide ihre ganz eigenen Stärken und Schwächen haben. Sich auf die Stärken des Mediums zu konzentrieren und nicht zu versuchen, die Stärken des anderen Mediums zu kopieren, führt dabei am ehesten zum Erfolg.“

Fazit

„Minecraft Builders & Biomes“-Designer Ulrich Blum ist es gelungen, die Spielelemente mit so viel Liebe zum Detail zu gestalten und die digitale Spielidee in das andere Medium so zu übersetzen, dass das echte Minecraft-Gefühl transportiert wird.