Playmobil – Der Film

Plastikmüll oder großes Kino? Die Frage stellte sich angesichts des ersten Playmobil-Abenteuers auf der großen Leinwand. Die erfreuliche Antwort: Das Leinwand-Debüt der kleinen Helden aus dem bayerischen Zirndorf kann mit den LEGO-Blockbustern durchaus mithalten!

Wikinger, Römer und viele andere Playmobil-Figuren werden im Kinofilm lebendig. (Foto: Concorde Filmverleih)

Mitbewerber Lego hat es vorgemacht: Kinofilme zum eigenen Produkt sind perfekte Familienunterhaltung und sind nebenbei der ideale Werbespot in Spielfilm-Länge.

Nun wagt sich auch Playmobil an ein solches Großprojekt. Seit über 45 Jahren haben Kinder auf der ganzen Welt Spaß mit den 7,5 Zentimeter großen Playmobil-Figuren, nun werden ihre Helden überlebensgroß auf der Leinwand!

Playmobils firmeneigene Toy Story

PLAYMOBIL – DER FILM startet mit einer Rahmenhandlung mit realen Schauspielern, dann switcht die Kulisse in eine comicbunte Animationswelt, in der die Playmobil-Figuren die Hauptrolle übernehmen.

Überraschend ernsthaft beginnt die Story. Ein Schicksalsschlag schweißt die Geschwister Charlie (Gabriel Bateman) und Marla (Anya Taylor-Joy) enger zusammen.

Zu Beginn sind beide noch Träumer, beseelt von kindlicher Fantasie. Dann wird die große Schwester erwachsener. Scheinbar verliert sie dabei auch ihre Abenteuerlust. Doch ihr Bruder Charlie gibt nicht auf: Marla hatte ihm ein großes Abenteuer versprochen und darauf besteht er!

Als ihr jüngerer Bruder überraschend durch eine magische Wendung in das animierte Playmobil-Universum verschwindet, muss sich Marla wider Willen doch noch auf das Abenteuer ihres Lebens begeben, um Charlie wieder nach Hause zu bringen.

Feen, Agenten, Roboter und Römer

Der Clou an der Handlung: Die beiden Protagonisten, zu Beginn noch reale Schauspieler, verwandeln sich in Playmobil-Figuren – und der Streifen vom Realfilm zum Animationsfilm.

Auf ihrer unglaublichen Reise treffen die beiden viele teils schräge und teils heldenhafte Weggefährten sowie Schurken.

Darunter den durchgeknallten Foodtruck-Besitzer Del (gesprochen von Christian Ulmen), den arroganten Geheimagenten Rex Dasher (Matthias Schweighöfer), einen sympathischen Roboter, Kaiser Maximus (Ralf Schmitz), eine gute Fee (Beatrice Egli), den Schwarzen Ritter (Oliver Kalkofe), einen Wikinger (Wilson Gonzales Ochsenknecht), Amazone Valera (Regina Halmich) und den Piraten Bloodbones (Michael Patrick Kelly).

Image-Film für Playmobil oder mehr?

Playmobil – Der Film: Reale Welt trifft dank der Rahmenhandlung auf Animationsfilm. (Foto: Concorde Filmverleih)

Natürlich sind die Figuren, Sidekicks und Statisten allesamt auch im Playmobil-Sortiment erhältlich. Schließlich will der Film auch die Aufmerksamkeit auf das Produkt steigern.

Wer nun aber denkt, Playmobil ist eine in die Länge gezogene Werbung, liegt erfreulicherweise falsch: Der Film funktioniert auch ganz ohne den Produkt-Hintergrund als unterhaltsames Kino-Abenteuer.

Dennoch wird man natürlich besonders viel Spaß an der Story haben, wenn man entweder selbst noch in dem Alter ist, in dem man mit den Figuren spielt oder sich an die eigene Kindheit mit Playmobil erinnert.

Einer der größten Fans der Plastikfiguren kann das Abenteuer leider nicht mehr sehen: Playmobil-Erfinder Horst Brandstätter. Er starb 2015.

Hochkarätige Unterstützung

Für die Umsetzung des Leinwand-Debüts hat man sich Unterstützung von höchster Stelle geholt. Regie führt Disney-Veteran Lino DiSalvo, der 17 Jahre lang bei den Walt Disney Animation Studios tätig war, zuletzt als Head of Animation beim Welterfolg „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“.

„Spielzeug ist wie ein geheimer Gang, der direkt zu deinen Kindheitserinnerungen führt“, sagt der Regisseur. „Es war für mich wie eine Reise mit einer Zeitmaschine. Ich fand den Zugang zur Geschichte, als ich in meinem Elternhaus wieder auf einige meiner alten Spielzeuge gestoßen bin. Das hat mich sofort wieder in meine Kindheit versetzt, in der ich zum vollkommenen Glück nichts anderes brauchte, als mir mit den Spielsachen meine eigenen Geschichten auszudenken.“

Man ist nie zu alt, ein Kind zu sein

Im Laufe ihres spektakulären Abenteuers finden sich die jungen Helden an so unterschiedlichen Orten wie dem antiken Rom, einer Westernstadt oder einem Feenschloss.

Am Ende erkennen Marla und Charlie, dass man alles im Leben schaffen kann, wenn man an sich glaubt.

Eine weitere Botschaft: Man ist nie zu alt, kindlich zu sein und Abenteuerlust zu verspüren!

Fazit

Mit viel Humor, Slapstick-Einlagen und schrillen Figuren werden die Lachmuskeln trainiert. Dazu kommt reichlich Action und Spannung. Oben drauf eine Prise Ernsthaftigkeit, die der Handlung eine Bedeutung gibt, die man auch als Botschaft mit nach Hause nimmt.

Dieses Erfolgsrezept funktioniert bei Disney-Filmen seit Jahrzehnten und es macht auch den Playmobil-Film zu einem gelungen Kino-Erlebnis für die ganze Familie. Apropos Disney: PLAYMOBIL – DER FILM besinnt sich auf eine Oldschool-Zutat der Zeichentrick-Geschichte: Es wird gesungen. Das macht den Film nicht zum Musical, denn die Gesangseinlagen werden wohldosiert.

Vor der Konkurrenz aus dem Hause Lego muss man sich nicht verstecken. Eine Fortsetzung dürfte also wahrscheinlich sein.

Kinostart: 29 August
Verleih: Concorde