Pokémon Go – alles, was man über den Hype wissen muss

Seit Pokemon Go ist Nintendo wieder in aller Munde. (Foto: Nintendo)

Seit Pokémon Go ist Nintendo wieder in aller Munde. (Foto: Nintendo)

Pokémon Go ist in aller Munde. Das Handyspiel verzaubert Menschen jeden Alters auf der ganzen Welt und ist der Sommertrend 2016. Warum eigentlich? Wir beantworten diese und alle anderen Fragen rund um den Monster-Hype.

Früher mussten sich Videospiel-Fans des öfteren den Satz anhören: „Komm mal raus zum Spielen, du Stubenhocker!“ Spätestens seit Pokémon Go ist das komplette Gegenteil der Fall: Spieler sind plötzlich so oft wie möglich draußen.

Der Grund dafür: Pokémon Go bezieht die reale Umwelt der Spieler mit ins Geschehen ein – die niedlichen digitalen Monster, die von den Gamern eingefangen werden sollen, tummeln sich in der Wirklichkeit.

Möglich gemacht wird dieser Augmented Reality-Effekt durch den Einsatz des eigenen Smartphones, welches mit der App kombiniert wird.

Woher kommt der Name Pokémon?

Der Begriff Pokémon ist ein Neologismus, der sich von dem japanischen „Poketto Monsutā“ ableitet – Taschenmonster.

Warum kommt mir das bekannt vor?

Pokémon gab es doch schon in den Neunziger Jahren, oder? Richtig: 1996 erschien das erste Spiel, bei dem es galt, kleine Taschenmonster zu bändigen. Eine beispiellose Erfolgsgeschichte, die eng mit dem Erfolg von Nintendos Game-Boy veknüpft ist.

Bald folgten weitere Folgen, eine Anime-TV-Serie, Sammelkartenspiele, diverse Spielfilme und unzählige Merchandising-Produkte.

Das alles macht Pokémon zu einer der einflussreichsten Reihen der Videospielgeschichte.

Wie funktioniert das Verschmelzen von Spielwelt und Realität?

pokemonsDie Funktionsweise von Pokémon Go erinnert beim ersten Blick aufs Display zunächst ein wenig an den Umgang mit einem Navigationsgerät:

Man bewegt sich in der realen Welt und schaut dabei auf eine Karte der digitalen Welt.

So navigiert man durch die Spielwelt, indem man sich tatsächlich in der realen Welt bewegt.

Das Ziel: Möglichst viele der süßen kleinen Monster einfangen. Hat man ein Pokémon entdeckt, wechselt die Ansicht in den Fang-Modus und man sieht auf dem Display die reale Welt, angezeigt durch die Kamera-Sicht des eigenen Smartphones.

Der Clou: In dieser Ansicht sind die digitalen Wesen eingebaut.

Eingefangen werden sie mit den Pokébällen.

Was ist Augmented Reality?

„Augmented Reality“ nennt man die Mischung von realen und virtuellen Eindrücken. Diese Herangehensweise fördert die sogenannte „Immersion“, also das Eintauchen in die virtuelle Welt.

Weniger kompliziert ausgedrückt: Pokémon Go macht einen Riesenspaß.

Wer hat´s erfunden?

Das früher zu Google gehörende Entwicklerstudio Niantic Labs arbeitete zusammen mit Nintendo und The Pokémon Company an der Augmented-Reality-Variante von Pokémon.

Niantic Labs ist bekannt für ein anderes Augmented Reality-Spiel namens Ingress. Auch in dem Science Fiction-Spiel wird die virtuelle Welt mit der realen verbunden.

Ist Pokémon Go wirklich kostenlos?

Die Pokémon Go-App wird kostenlos angeboten. Über ein Google- oder ein Pokémon-Konto können Spieler sich anmelden.

Wer will, kann komplett gratis spielen. Wer allerdings ungeduldig ist und Objekte nicht mühselig freispielen will, hat die Möglichkeit, digitale Gegenstände für echtes Geld zu kaufen, um den eigenen Fortschritt voran zu treiben.

Mit welchen Geräten kann man Pokémon Go spielen?

Der Marktanteil von Windows Phones ist recht klein, daher gibt es Pokémon Go aktuell nur für iPhones und Handys mit Android-Betriebssytem – zum Beispiel von Samsung oder Sony, aber auch den meisten anderen Handy-Herstellern.

Dies gilt allerdings nur für relativ neue Geräte. Android-Nutzer brauchen mindestens die Betriebssystem-Version Android 4.4. Apple-Nutzer sollten ein iPhone 5 mit iOS 8 oder höher haben.

Auf dem Tablet kann man Pokémon Go ebenfalls daddeln, wenn dieses mit einem GPS-Modul ausgerüstet ist.

Ist die Vermischung von realer und digitaler Welt gefährlich?

Kritiker warnen davor, dass Pokémon Go ein Verkehrsrisiko darstellt. Menschen könnten, wenn sie nicht ausreichend auf ihre Umwelt achten, in Verkehrsunfälle verwickelt werden oder auch in die Tiefe stürzen.

Von derartigen Einzelfällen wurde bereits berichtet, doch wie immer im Leben gilt: Der gesunde Menschenverstand schützt vor derlei Nebenwirkungen. Wichtig ist nur, dass nicht nur dass Handy eingeschaltet ist, sondern eben auch die Vernunft.

Gleiches gilt natürlich auch für eine andere Gefahr: Sollte sich ein Pokémon an einem nicht öffentlich zugänglichen Ort befinden, muss man auf das Einfangen verzichten. Denn wer sich unerlaubt Zutritt zu einem nichtöffentlichen Gebäude verschafft, dem droht eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch – egal ob er ein Einbrecher ist oder „nur“ ein sehr ambitionierter Videospiel-Fan.

Was macht die Faszination aus?

Neben dem Reiz der Augmented Reality,also des Verschmelzens von Wirklichkeit und digitaler Fantasiewelt, ist es vor allem die Sammelleidenschaft, die Pokémon Go-Spieler bei der Stange hält.

Das Einfangen der Taschenmonster macht natürlich umso mehr Spaß, je seltener das Pokémon zu finden ist.

Dazu kommt: Die gefangenen Pokémons kann man durch Kämpfe gegen andere Spieler trainieren. Vornehmlich bei touristischen Attraktionen oder öffentlichen Parks haben die Entwickler zudem sogenannte Poké-Stops angedacht – Kampfarenen mit besonderen Möglichkeiten.

Alles in allem ist Pokémon Go eine moderne Variante der Schnitzeljagd. Und viele Eltern dürften sich darüber freuen, dass Kinder plötzlich freiwillig das Haus verlassen und frische Luft schnappen …