Spannende Fakten über Astronomie

Wir bringen Licht ins Dunkle - die wichtigsten Antworten auf Fragen zur Sternenkunde

Wir bringen Licht ins Dunkle – die wichtigsten Antworten auf Fragen zur Sternenkunde (Foto: Eichhammer)

Ob mit bloßem Auge, Fernglas oder Fernrohr – auch vom Standpunkt Erde aus kann man einen Einblick in die Weiten des Kosmos erahnen.

Astronomie fasziniert Jung und Alt. Ein Experte beantwortet die wichtigsten Fragen für Neugierige, die am Himmel mehr als Wolken sehen wollen.

Wir sprachen mit Michael Risch vom Baader Planetarium über Teleskope und die Faszination Sternengucken.

Ist die Milchstraße schon komplett erforscht?
Die Milchstraße umfasst ca. 100 – 1000 Milliarden Sterne und unzählige Nebel, Planeten, sowie viele ganz verrückte Objekte die wir uns kaum vorstellen können. Wir haben gerade erst angefangen, sie zu erforschen. Fast jeden Tag gibt es neue Entdeckungen der Profi-Astronomen, die unsere Milchstraße betreffen.

Gibt es eine besonders gute Jahreszeit fürs Sternenschauen?
Saison fürs Sternegucken ist eigentlich immer, denn zu jeder Jahreszeit sieht der Sternenhimmel anders aus. Der Winter hat den Vorteil das es früh dunkel wird – aber dafür sind die Sommernächte wärmer

Es sind im Sommer andere Sternbilder und Planeten zu sehen als im Winter, so dass man im Jahreslauf immer wieder etwas neues sieht.

Haben Sie ein Beispiel?
Alleine schon der Mond ist für Teleskopbeobachter ein unendliches Thema, weil man unglaublich viele Details – wie zum Beispiel Krater und Berge – sieht, die ihr Aussehen ändern, weil sie immer wieder anders von der Sonne beleuchtet werden.

Wie weit in den Weltraum kann man schauen?
Die besten Teleskope sehen mittlerweile über 10 Milliarden Lichtjahre entfernte Objekte, meist Galaxien. Zum Vergleich: Das Licht reist
– vom Mond zu uns in nur einer Sekunde (eine Rakete von der Erde würde mehrerer Tage fliegen)
– von der Sonne zu uns 8 Minuten
– vom nächsten Stern zu uns etwa 4 Jahre
– von einem Ende der Milchstraße zum anderen in ca. 100.000 Jahren
– von der nächsten Galaxie zu uns in ca. 2,2 Millionen Jahren

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Michael Risch vom Baader Planetarium ist Experte für Teleskope.

Es gibt also noch viel zu entdecken?
Erst vor kurzem hat das amerikanische Kepler-Teleskop, welches die Erde umkreist und 100.000 Sterne gleichzeitig überwacht, mehr als 1000 Planeten um andere Sterne entdeckt.
Davon sind etwa 50 in der Größe der Erde. Wenn man das auf die Milchstraße hochrechnet, dürfte es hier mehrere hunderttausend Planeten wie die Erde geben. Doch die Milchstraße ist nur eine von Milliarden Galaxien.

Glauben Sie an fremdes Leben im All?
Es wäre ein unfassbarer Zufall, wenn sich nur auf einem Planeten Leben entwickelt hätte. Das Weltall ist 13 Millarden Jahre alt. Das Leben auf der Erde entwickelte sich vor gerade einmal zwei Milliarden Jahren. In den 11 Milliarden Jahren zuvor könnte es schon auf unzähligen anderen Planeten entstanden und bereits wieder vergangen sein.

Derzeit mehren sich die Anzeichen dafür, das Lebensbausteine auf Meteoriten und in Kometen durch den Weltraum reisen.

Könnten wir also bald Außerirdischen begegnen?
Ich halte einen Besuch von Außerirdischen auf der Erde für ausgeschlossen. Die zu überbrückenden Distanzen sind zu groß.
Die physikalischen Grundgesetze erlauben es nach unserem Kenntnisstand nicht, dass Lebewesen mit Raumschiffen solche Distanzen in einigermaßen tragbaren Zeiträumen überbrücken.

Was macht die Faszination der Astronomie aus?
Ein Blick durch ein Teleskop auf den Mond, den Mars, den Jupiter oder den Saturn ist optisch einfach schön und gibt einem die Faszination, eine andere Welt zu beobachten.
Ein Blick auf eine Galaxie ist zwar im ersten Moment enttäuschend, denn die meisten Amateurteleskope zeigen Galaxien nur als ganz schwache, unscheinbare Nebel. Aber der Reiz liegt darin, dass man so weit entfernte, unglaublich große Dinge beobachten kann.

Es ist ein Blick zurück zu unserem Ursprung, wenn man mit einem Teleskop hinaus schaut in die Vergangenheit. Man sieht Licht das Millionen Jahre unterwegs war bis zu uns. Beim Beobachten von Galaxien ist also nicht der optische Eindruck wichtig, sondern das, was die Phantasie daraus macht. Unsere Phantasie bleibt vielleicht für immer die einzige Möglichkeit, zu den Sternen zu reisen.

Woher kommt eigentlich das Wort „Teleskop“?
Das Wort Teleskop kommt aus dem Altgriechischen und heißt übersetzt „Fern beobachten“.

Worauf sollte man beim Kauf eines Teleskops achten?
Das ist ein komplexes Thema. Im im Grunde findet jedes Teleskop seinen Himmel. Je mehr Geld man ausgibt, umso besser ist das Teleskop – und umso mehr sieht man…

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Verlag: Kosmos