Videospiel ab 16: Control

Digitale Emanzipation: Nach Lara Croft („Tomb Raider“) fehlte von weiblichen Hauptfiguren jede Spur. „Control“ besetzt die Hauptrolle ebenfalls mit einer Frau. (505 Games)

Das Wichtigste vorab: „Control“ ist nicht für Kinder geeignet. Aus gutem Grund bekam das Action-Game eine USK-Freigabe ab 16 Jahren.

Denn neben den Action-Szenen mit Schießereien sind es vor allem unheimliche Mystery-Elemente, die jüngere Spieler verängstigen könnten.

Jugendliche ab 16 Jahren und erwachsene Spieler dagegen erwartet eine anspruchsvolle Story mit einer herausragenden optischen Umsetzung.

Bekanntes Studio

Max Payne, Alan Wake und Quantum Break – all diese Spiele-Blockbuster haben etwas gemeinsam. Sie stammen allesamt aus Finnland. Von den Entwicklern Remedy Entertainment, um genau zu sein.

Die Finnen haben sich auf die Fahnen geschrieben, Action, eine erwachsene Story und eine kinoreife Umsetzung zu beeindruckenden Spielerfahrungen zu verbinden. Das ist auch mit dem neuen Game „Control“ gelungen.

Das älteste Haus der Welt

Was ist das älteste Haus der Welt? Warum hört die Protagonistin Stimmen? Was ist real und was nur eine Sinnestäuschung?

Fragen über Fragen erwarten uns in dem paranormalen Action-Thriller „Control“. So viel sei verraten: Im Gegensatz zum Spieletitel ist hier nichts unter Kontrolle!

Weibliche Hauptrolle

„Control“ trägt zur digitalen Emanzipation bei.

Denn weibliche Protagonisten sind noch immer eher Ausnahme als Regel in Spielwelten.

Nach Lara Croft („Tombraider“) betritt nun Jesse Faden die Pixel-Bühne.

Die junge Frau steigt in große Fußstapfen: Sie soll als neue Leiterin einer geheimen Behörde in New York die Kontrolle zurück erlangen n in einer Situation, die völlig aus dem Ruder geraten ist.

Offensichtlich hat eine „außerweltliche Gefahr“ die Kontrolle über die Geschehnisse – und die Behörde – übernommen.

Die Gänge und Räume der geheimen Behörde „Federal Bureau of Control“ werden zum unheimlichen Irrgarten für Jesse Faden.

Die Protagonistin muss sich auf ihre Kombinationsgabe und ihr Timing im Gefecht verlassen, um zu überleben und dem Sinn hinter dem Chaos auf die Spur zu kommen.

Eine Kombination aus übernatürlichen Fähigkeiten, Waffen und modifizierbaren Ausrüstungen sind das Rüstzeug im Kampf gegen das Paranormale.

Denn Jesse Faden wehrt sich nicht nur gegen das Übernatürliche, sie hat selbst Fähigkeiten wie eine Superheldin.

Sandkasten für Erwachsene

Die Wege des Spiels sind ergründlich. Zwar gibt es eine gewisse Bewegungsfreiheit, wie man sich durch das riesige Gebäude bewegt, doch sind die Routen zum Ziel nicht völlig willkürlich.

Das ist kein Mano. Im Gegenteil: So wird verhindert, dass Spieler völlig orientierungslos herum irren.

Die Ereignisse stellen Gamer immer wieder vor eine herausfordernde Aufgabe. Die reaktive Umgebung kann sich gegen den Spieler richten, er kann sie sich aber auch zu Nutze machen.

Mal gilt es, sich mit Waffengewalt zu wehren, mal gilt es, Rätsel zu lösen und Hindernisse mit Cleverness zu überwinden.

Die Grenzen von Realität und surrealen Momenten verwischen immer wieder, was zur gelungenen Mystery-Atmosphäre von „Control“ beiträgt.

Fazit

Vor allem die Szenen, in denen „nichts passiert“, die ruhigen Momente vor dem Sturm, verhelfen dem Game zu einer atmosphärischen Dichte, die Alfred Hitchcock als „Suspense“ beschreiben würde.

So schaut sich die Hauptfigur in zurückgelassenen, menschenleeren Büros um. Hier findet sie Memos und andere Aufzeichnungen. Es gilt Hinweise zu finden, die zur Lösung des Puzzles beitragen.

Dass die Handlung der Protagonistin und dem Spieler zugleich ein Rätsel sind, welches erst Schritt für Schritt klarer wird, macht „Control“ zu einem Action-Thriller für Erwachsene.

Fest steht zunächst nur: Irgendwas ist hier gehörig schief gelaufen. Das gilt zum Glück nur für die Ereignisse im Spiel selbst. Denn das Game ist durch und durch gelungen.